Neue Platten

Noiseshaper - Rough Out There

Genre: Reggae/Dub
Label:Echo Beach (Indigo)
CD, VÖ: - 30.05.2005

Die europäische Reggae-Posse hat mal wieder zugeschlagen und ein dickes Ei gelegt. Und wo wurde das dicke Ei ausgebrütet? Jawoll, im dicken B. Axel Hirn und Flo Fleischmann sind zwar keine echten Berliner Jungs, sondern stammen ursprünglich aus Wien, aber die bundesdeutsche Hauptstadt ist ja bekanntermaßen neben London ein besonders nährstoffreiches Pflaster für alles, was mit jamaikanischer Rasta-Kultur zu tun hat und deswegen bauen die beiden am liebsten dort ihre Beats zusammen. Zünftige Verstärkung holten sie sich für „Rough Out There” dann aber doch von der britischen Insel und zwar in der Person von Juggla, der die meisten Tracks vokalistisch unter Kontrolle hat und Dennis Bovell, der als gefragter UK-Reggae-Producer hier bei Noiseshaper ein paar gefährliche Bass-Saiten zupft.
Anhören tut sich dieses Album aber, als wär’s mitten in Kingston entstanden. Dicke Kredits müssen daher erst mal an Juggla gehen, denn ohne sein Zutun wäre dieses Album gerade mal nur halb so fett. Reinen Reggae-Dub Instrumental-Alben fehlt oftmals der entscheidende Kick und der kommt hier eindeutig aus dem Hals von Juggla, mit dem Axel und Flo schon seit längerem zusammenarbeiten. Egal ob rough oder smooth, der gutste drückt allem, von Roots bis Dancehall, seinen unverkennbaren Patois-Stempel auf.
Trotzdem darf man natürlich die beiden fleißigen Heinzelmännchen Axel und Flo nicht völlig unter den Tisch fallen lassen, denn schließlich haben sie sich das komplette Set aus dem Gehirn gedrückt und bewerkstelligten die meiste Basisarbeit an Drums, Gitarre, Keyboard und Melodika. Ergebnis: die Kiste groovt ohne Ende. Allein schon der Einsteiger ist Dr. Alban auf Dope, gekreuzt mit schweren Sly & Robbie-Beats. Das turnt an, da zuckt das Tanzbein. Und auch beim Heavy-Weight-Dancehall Style bleibt kein Stein auf dem anderen. Gut daß wir da das Booklet zur Hand nehmen können, um nachzulesen, was Chief Juggla da so vor sich hin toasted. Denn der Mann hat was zu sagen.
Diese lässig ausbalancierte Mischung aus smoothen Operator-Chills, rotziger Streetware und schwergewichtigen Killertrax ergibt ein Klasse-Album, das man locker bei jeder Gelegenheit auftischen kann. Hier schrauben Experten an den Werkbänken des Reggae und wir können mal wieder feste stolz darauf sein, daß so ein geiles Teil aus dem Herzen von Europa stammt.

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