Neue Platten

Márta Sebestyén - I Can See The Gates Of Heaven

Genre: Folk/Ungarn
Label: World Village (Harmonia Mundi)
CD, VÖ: - 15.01.2010

Auch wenn der Name Márta Sebestyén nicht unbedingt sofort bei jedem alle Glocken der Aufmerksamkeit klingeln lässt, so ist doch festzustellen, dass die Ungarin mit zur Weltspitze der osteuropäischen Folkmusik gehört. Ihre Mitwirkung beim Soundtrack zum Kino-Hit „Der Englische Patient” ist dabei genauso hervorzuheben, wie ihre Arbeit mit dem Ensemble „Muzsikás”, das aus der ungarischen Volksmusik-Szene ebenso wenig wegzudenken ist, wie ihre Ausflüge ins Genre der Pop-Musik, wo sie Mitte der 90er eine enge Zusammenarbeit mit der Gruppe „Deep Forest” pflegte. Nun eine weitere interessante Seite der Márta Sebestyén: Auf „I Can See The Gates Of Heaven” beschäftigt sie sich mit dem volkstümlichen Liedgut der Karpaten, das sie bereits als Kind begleitete, in ihrer jugendlichen Sturm- und Drangzeit aber etwas in den Hintergrund trat. Der archivarische Schatz der ungarischen Akademie der Wissenschaften (Abteilung Volksmusik) ist immens und bildete den Grundstock für diese Aufnahmen. Die Stimme Márta Sebestyéns zeichnet sich vor allem durch ihr kindliches Timbre aus, das in diesen Liedern besonders gut zur Geltung kommt. Begleitet wird sie von den beiden Musikern Balázs Szokolay Dongó und Máytás Bolya, die u.a. mit Dudelsack, Flöten, Lauten, Zittern und Obertongesang den acht, für Folksongs ungewöhnlich langen, Stücken eine sehr erdige Dichte verleihen. So vermitteln die teils religiösen, teils säkularen ungarischen Lieder dieser CD einen ganz speziellen Einblick in eine Folklore, die ganz in sich selbst ruht, fernab jeglicher Modeströmungen und die in ihren instrumentellen Teilen stark an Weltmusik-Jazz erinnert.

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