Neue Platten

Katzenjammer - Le Pop

Genre: FolkPop
Label: Nettwerk (Soulfood)
CD, VÖ: - 21.08.2009

Denkt man an den hohen Norden Europas, kommt einem vor allem die kühle Zurückhaltung der dort lebenden Menschen in den Sinn, die geprägt ist von langer Dunkelheit und niedrigen Durchschnittstemperaturen. Der Musikliebhaber dieser Region schätzt den elegischen Jazz eines Jan Garbarek oder die sanften, kultivierten Klänge einer Rebekka Bakken, einer Kari Bremnes oder einer Silje Nergaard. Dass es im Nordland allerdings auch hoch hergehen kann beweist unter anderem die quicklebendige Osloer Elektroszene. Parties beispielsweise mit Röyksopp sind eine Liga für sich. Kein Grund also, in einen Katzenjammer zu verfallen. Ganz sicher nicht, denn beim Stichwort „Katzenjammer“ sollte man neuerdings etwas aufmerksamer sein. Bereits 2008 mischte dort eine Mädelsband dieses Namens die norwegische Szene gehörig auf, vier instrumentelle Multitalente, gesanglich höchst versierte Damen, die auf der Bühne das boten, was man als eine Mischung aus Chumbawamba und dem Kaizers Orchestra bezeichnen könnte. Viel Dampf und Wuffta steckt im Repertoire des Quartetts, das seinen Namen von der amerikanischen Comic-Serie „The Katzenjammer Kids” ableitet und mit vorwiegend akustischen Geräten wie Akkordeon, Trompete, Balalaika, Banjo, Mandoline, Tuba, Harmonika, Schlagzeug, Pump-Orgel und Mülleimern arbeitet. Ihr Debut-Album „Le Pop” ist ein auditiver Wirbelwind und fegt alles hinweg, was auch nur ansatzweise Trübsal bläst. „A Bar in Amsterdam” hat es bereits geschafft, zu einem akustischen Wahrzeichen der Band zu werden. In der Folge gibt es aber auf der CD noch weitaus mehr zu entdecken, die exzentrischen und auf Stimmung gebürsteten Songs platzen vor reifen Hooklines und fröhlichem Einfallsreichtum förmlich aus allen Nähten. Winterdepression ade, die Katzenjammer-Mädels zeigen, wo der Party-Hammer hängt.

www.katzenjammer.no