Neue Platten

Gier - O.S.T.

Genre: Soundtrack
Label:Prudence / BSC (Rough Trade)
CD, VÖ: - 15.01.2010

Nachdem sich der Fernsehzuschauer bei dem vermeindlichen TV-Highlight „Gier” von Dieter Wedel schlappe 180 Minuten gähnend langweilen musste, ist es um den dazugehörigen Soundtrack, der mit viel Glanz und Gloria in die Welt gesetzt wurde, leider auch nicht besser bestellt. Geworben wird unter anderem mit Songs der „echten Entdeckung” Anouschka Renzi, mit einem Seemannslied, das von Hauptdarsteller Ulrich Tukur am Akkordeon dargeboten, als sogenannter „First Take” und mit Blick auf das Meer bei Kapstadt ein „spezielles Feeling” ausstrahlen soll, mit der „charmanten” Gesangsdarbietung eines Harald Krassnitzer und mit einem „raren Juwel” von Sting. Alles Songs, die vom Komponisten Eberhard Schoener (Rock meets Klassik) den o.g. Akteuren extra für diesen Soundtrack „auf den Leib” geschrieben wurden. (Sting spielt bei „Gier” zwar nicht mit, ist aber immerhin ein Busenfreund Schoeners – daher die Verbindung.) Das kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die so entstandenen 20 Songs dieser CD durch die Bank nichts als laue Lüftchen darstellen, die auch dadurch nicht besser geworden sind, weil ein gewisser Harold Faltermeyer (Filmmusiken für diverse Hollywood-Schinken) die restlichen Film-Scores besorgte. Also auch hier eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Müde und ausdruckslose Instrumentalnummern mit dem Qualitätslevel eines C-Films, die die sich ewig wiederholende Staffette von absurden Bemühungen des Hauptdarstellers, die von ihm betrogenen „Freunde” bei Laune zu halten, nicht im geringsten spannender machen. Dazu noch ein wenig Mainstream-Südafrika-Pop von Tucan Tucan sowie ein bisschen Ethno-Geplänkel mit einer Tanzgruppe aus einem sogenannten Township-Projekt. „Gier” (ARTE/ARD) sollte große deutsche Fernsehunterhaltung werden und endete als plattes und tiefgangloses Strohfeuer inklusive einer albernen Überzeichnung der Charktere. Der Original Soundtrack dazu ist ein ebensolcher Flop. Hinzu kommt noch, dass beim Booklet schlampig gearbeitet wurde und man in der Bildauswahl die Schauspielerinnen Mariella Ahrens und Katharina Wackernagel verwechselt hat.

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