Neue Platten

Angelique Kidjo - ÕÿÖ

Genre: Pop
Label:Naïve (Indigo)
CD, VÖ: - 26.01.2010

Neues von Angelique Kidjo und doch nichts Neues. Die Sonderbotschafterin der UNICEF macht da weiter, wo sie mit „Djin Djin” aufgehört hat, nämlich mit afrikanisiertem Mainstream Pop, der nun auch noch etwas Gospel, Soul und Jazz mit einbezieht. 16 Tracks, die wie schon auf dem Vorgängeralbum vorgeben, vom Geiste ihrer Heimat Benin leben zu wollen, aber letztendlich doch mehr auf dem westlichen Mainstream-Fundament verankert sind, als dass es nach würzigem Afrika riecht. Cover-Versionen standen bei Frau Kidjo schon immer hoch im Kurs, gaben aber auch immer wieder Anlass zu Kritik. Das beginnt auf diesem Album bei einer seichten Santana-Schulze (Samba Pa Ti), setzt sich mit einem Curtis Mayfield Remake (Move On Up) und einem wenig spannenden Otis Redding Song (I Got Dreams) fort und endet mit einem überambitionierten Aretha Franklin-Cover im Duo mit Dianne Reeves. Aber auch muttersprachliche Lieder wie das Intro „Zelie” oder das Wiegenlied „Lakutsni Langa“ leiden unter grassierender Versüsslichung und sind zudem nur von kurzer Dauer (was ja dann auch wiederum ein Vorteil ist). Die wenigen Songs aus Kidjos eigener Feder kommen dem afrikanischen Kontinent und seiner quirligen Mentalität da schon etwas näher, sind aber auch im Vergleich zu indigenen Produktionen arrangementtechnisch klar überzüchtete Westprodukte. Und selbst derTiteltrack zum tränenrührigen Film „Out of Afrika” wird unter der Hand von Angelique Kidjo zu einem wenig aussagekräftigen Verwässerungsprodukt. Als Fazit bleibt also nicht anderes übrig, als den Schlusssatz unserer Djin Djin-Besprechung leicht abzuwandeln: „… ein durchschnittliches Pop-Album, das mit dem wahren Afrika allerdings kaum etwas zu tun hat.”

www.kidjo.com