Neue Platten

Dominic Miller - November

Genre: Jazz/Rock
Label: Q-rious Music (edel-kultur)
CD, VÖ: - 05.03.2010

Es ist ein Leben im Hintergrund, das viele Session- oder Studio-Musiker oftmals führen. Zu diesen Leuten zählt sicher auch der Gitarrist Dominic Miller, geboren in Buenos Aires, wohnhaft in den USA und London. Mit wem hat dieser Mann nicht alles schon im Studio kooperiert: Phil Collins, Manu Katché, Paul Young, Youssou N’Dour, Regy Clasen, mit den Backstreets Boys genauso wie mit den irischen Chieftains, um nur ganz wenige hier aufzuzählen. Vor allem aber wurde er Insidern als Gitarrist von Sting bekannt, auf dessen Alben er zwischen 1991 und 2009 deutliche Spuren hinterlassen hat. Dazwischen immer wieder Solo-Alben, sieben Stück an der Zahl, aufgenommen zwischen 1995 und 2009 mit hauptsächlich akustisch eingespielten Kompositionen. Eine Solo-Karriere an der großen Glocke blieb indes aus. Mit „November” nun soll ein neues Kapitel aufgeschlagen werden: Dominic Miller widmet sich fortan der elektrischen Gitarre. Und damit das Ganze nicht so ärmlich klingt, hat er noch ein paar alte Kumpels hinzugezogen und das riecht fast nach dem Neuanfang einer Legende: Mark King am Bass und Mike Lindup an den Keyboards (beide von Stamme der Level 42) sowie den Drummer Ian Thomas stehen dem Gitarrero zur Seite. Das Ergebnis klingt dann wie eine Kreuzung aus Pat Metheny und Jeff Beck. Mal intro-, mal extrovertiert, mal verträumt jazzy, mal knackig rockend. Ein Album der Gegensätze, das beweist, auf welchen unterschiedlichen Hochzeiten Dominic Miller tanzen kann, wie breit sein Spektrum gefächert ist. Und es ist trotz aller Befüchtungen keine Level 42-Kopie geworden. King und Lindup halten sich angenehm zurück und verzichten gänzlich auf popwirksame Mätzchen wie harter Funkbass oder quirlige Keyboardsoli. Man kann sich also ganz und gar auf die Gitarrenarbeit von Miller konzentrieren und diesen kurzweiligen Trip zwischen Jazz und Rock genießen.

www.dominicmiller.com