Neue Platten

Gonjasufi - A Sufi And A Killer

Genre: WeirdPop
Label: Warp Records (Roughtrade)
CD, VÖ: - 12.03.2010

Was passiert, wenn ein durchgeknallter, dreadlock-zerzauster und zum Islam übergetretener koptischer Christ und Yogalehrer, wohnhaft am Wüstenrand von Dekadenz-City Las Vegas, im Geiste von asiatischen Gurus und Sufis mit seltsam verknoteten Gehirnwindungen ein mehr als skurriles Album aufnimmt, das zu guter Letzt auch noch bei einem altgedienten britischen Trendlabel veröffentlich wird, kann der neugierige Hörer auf Gonjasufi’s Album „A Sufi And A Killer” ausgiebig nachhören. Der Mann wurde als Sumach Ecks geboren und gilt als eine neue Ikone des Weird-Pop, eine Musikrichtung, die bereits durch die Musikerblase um CocoRosie/Devendra Banhart bekannt wurde. Gonjasufi aka Sumach hat an diesem Album zusammen mit seinen Brüdern im Geiste, die die wunderbaren Namen „The Gaslamp Killer“ und „Mainframe“ tragen, intensiv gearbeitet und in einem mühsamen Schaffensprozess ein Werk entstehen lassen, das mit herkömmlichen Maßstäben kaum zu fassen ist. Frei nach dem Motto „the least amount of microchips involved” trifft der verwunderte Hörer auf schräge Soundkollagen, knarzige Psychedelia-Fragmente, bizarre Samples, wundersame Versatzstücke aus Pop, Punk, TripHop sowie auf immer wieder eingestreute Ethnobrocken von Spanien über Griechenland bis Fernost. Ein 19-teiliges Konstrukt aus kryptischen Botschaften, die zu entschlüsseln viel Kopfzerbrechen bereiten dürfte, andererseits aber auch viel Anlass zu respektvollem Lauschen geben kann, da hier allen eingeschliffenen Mustern entgegengearbeitet wurde, die das herkömmliche Musik-Biz in der Regel auszeichnen. Und bitte auch die Zugabe in Form des Hidden Track beachten: Es lebe der legendäre Beat-Club!

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