Neue Platten

Tribe - Rebirth

Genre: Jazz
Label: Planet E Comm. (Discograph)
CD, VÖ: - 26.03.2010

Eine punktgenaue Ansage: Rebirth – Wiedergeburt. Die dazugehörige Erstgeburt fand bereits im Jahr 1971 statt, als sich Wendell Harrison und Phil Ranelin, später ergänzt durch Doug Hammond und Marcus Belgrave, zu der legendären Formation „Tribe” zusammenschlossen und zeitgleich auch noch ein eigenes Plattenlabel und ein Magazin gleichen Namens gründeten. Unabhängiger und selbstbestimmter ging’s damals nimmer. Die Geisteshaltung hinter diesem Aktionismus war klar und eindeutig: Auf zu neuen Ufern, neue Wege im Jazz, neue Wege der Kommunikation ausprobieren. Ihre experimentelle Mischung aus Soul, Afro-Funk und FreeJazz war seinerzeit zwar nur für musikalische Insider eine Offenbarung, weil ihrer Zeit weit voraus, aber letztendlich hatten die musikalischen Grenzgänge dieser Truppe die Grundlage für eine generelle Neuorientierung geschaffen, aus der dann schließlich der innovative Detroit-Sound hervorging. Und hier schließt sich der Kreis dieser CD: Carl Craig, ebenfalls ein Kind dieser Stadt und einer der Pioniere der 90er Dance/House-Szene, war schon in jungen Jahren ein Bewunderer der Tribe-Musiker und ihm gelang es auch, die alten Herren, die inzwischen alle zwischen 68 und 74 Jahren auf dem Buckel haben, noch einmal zu reaktivieren. Das Ergebnis kann sich hören lassen: „Rebirth” belebt alte Zeiten (vielleicht nicht mehr ganz so kompromisslos wie früher) und wirkt wie eine Mischung aus Doppelherz und Alkopops. Die Jazz-Rentner langen noch einmal nach bestem Wissen und Gewissen hin, toben sich bei jazzigem Funk, Bop und Blues aus, lassen sich von Vertretern der jüngeren Generation unterstützen und Carl Craig verleiht dem Ganzen einen adäquaten Produktionsgroove. Eine Art betreutes Musizieren, eine gelungene Interaktion von Alt und Jung.

www.myspace.com/tribedetroit