Neue Platten

Maria Pomianowska - Chopin on 5 Continents

Genre: Klassik/Weltmusik Crossover
Label: CM Records (Galileo MC)
CD, VÖ: - 02.04.2010

Nun ja, beim Anblick der Bebilderung im Inneren dieser CD könnte man geneigt sein, diesem vermeindlichen Mischmasch aus Klassik, Völkerverständigung und mittelalterlichem Brauchtum gleich wieder den Rücken zu kehren. Aber schauen wir uns doch mal die Sache etwas genauer an und eruieren, um was es da im einzelnen geht. Initiatorin und Hauptakteurin dieses Album ist die Polin Maria Pomianowska, die sich nun schon seit 30 Jahren mit der Musik ihres Landsmanns Fryderyk (Frédéric) Franciszek Chopin (verstorben 1849 in Paris) beschäftigt. Irgendwann kam sie – vermutlich durch den ganzen Hype um die sogenannte Weltmusik und alles was da noch so dranhängt – auf die Idee, den Polen Chopin zu internationalisieren. Leichter gesagt als getan. Denn dazu braucht man Freunde. Internationale. Und diese Unterstützung für ihr Projekt „Chopin on 5 Continents” fand Maria Pomianowska tatsächlich rund um den Globus. Von Persien bis Brasilien, von Amerika bis Sibirien oder von Japan bis Bulgarien. Eine Armada von internationalen Musikern ist in dieses Werk involviert. Und dieses Werk umfasst 14 jeweils national gefärbte Chopin-Kompositionen. Opus 74, No. 13 auf arabisch; Opus 64, No. 2 auf andalusisch; Opus 28, No. 15 auf südafrikanisch usw. Chopin quasi auf Weltreise. Das Booklet verrät uns zusätzlich noch die Fülle von Instrumenten, die für diese Aufnahmen verwendet wurden. Und auch hier grenz- bis kontinentüberschreitende Vielfalt: polnische, mongolische, iranische Saiteninstrumente, keltische Harfe, Oud und Saz aus dem Mittleren Osten, japanische Koto, afrikanische Kora, europäisch/asiatisches Hackbrett, Blasinstrumente aus Armenien, Mazedonien und Indien – eine sechs Seiten umfassende Zusammenstellung gilt es zu bewundern. Beeindruckend auch, mit welcher Detailtreue und mit welchem Einfallsreichtum hier gearbeitet wurde. Chopin oder „Weltmusik“ einmal ganz anders. Eine extravagante Platte mit extravaganter Musik.

www.pomianowska.art.pl