Neue Platten

Ayobaness! – The Sound of South African House - (V. A.)

Genre: House
Label: Outhere Records (Indigo)
CD, VÖ: - 07.05.2010

Eigentlich kann einem Südafrika ja leid tun. Da wird einerseits wieder einmal ein riesiges Fass um die unwichtigste Sache der Welt, nämlich König Fussball, aufgemacht, von dem sich in grenzenloser Naivität selbst der letzte Bewohner eines jeden Town­ships eine schlagartige Verbesserung seiner bedauernswerten Situation erhofft und sich nebenbei der südafrikanische Staat gleichzeitig in ein unglaubliches Finanz­abenteuer stürzt, an dem er noch lange zu knapsen haben wird. Andererseits wird dieser Hype nach Abzug des letzten Schiedsrichters genauso schnell, wie er von den Medien aufgebaut wurde, auch wieder vorbei sein und das Land am Horn von Afrika bleibt wieder mit seinen dringenden sozialen Problemen und einer geplünderten Staatskasse allein zurück.
Da ist das Thema „Musik in Südafrika” gottseidank dann doch etwas leichter zu handhaben und zudem ist es von einer wesentlich höheren Halbwertzeit gesegnet, als ein 90-minütiges Gekicke überbezahlter Sportwagenfahrer. „The Sound of South African House” dauert zwar nicht ganz zwei Halbzeiten, hat aber sicher weitaus mehr zu bieten. „Ayoba” bedeutet in Südafrika das gleiche wie „cool” oder „abgefahren” und damit weiß nun wohl auch der letzte, was mit dem CD-Titel „Ayobaness” gemeint ist. 13 Vertreter der SA-House-Szene werden hier präsentiert und deren Vorstellung von angesagter Tanzmusik unterscheidet sich doch um einiges von dem der üblichen Verdächten. Denn hier treffen sich internationale House-Rhythmen, Urban-SA-House, langsamer Kwaito sowie lokaler Shangan-, Zulu- oder Xhosa-Rap. Eine absolut ansteckende Mischung, die jeden Township-Tanzflur zum Brodeln bringt und auch hierzulande einiges an Wallung auf den Weg bringen dürfte. Auch wenn es sich bei den Interpreten durchweg um „No-Names” handelt, so ist dies gerade deswegen ein Indiz für eine ehrliche Authentizität, die diesen Sampler auszeichnet. Dazu ein randvolles Booklet mit allem was es zum Thema SA-House zu sagen gibt. Sehr schwarz das ganze und sehr ayoba.

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