Neue Platten

Clubber’s Guide Ibiza ’05 - (V. A.)

Genre: Elektro/Dance
Label:Ministry Of Sound (edel)
Do-CD, VÖ: - 13.06.2005

Mit ihrem Minimal-Equipment wie String, Sonnenbrille und Zahnbürste im Rucksäckchen scharren die Ibiza-Addicts vermutlich schon wieder heftig vor den europäischen Charterschaltern, um möglichst rasch zurück auf die Insel ihrer Träume zu gelangen. Der Run auf Ibiza scheint ungebrochen und auch die Musikindustrie wird nicht müde, jedes Jahr aufs neue den ihrer Meinung nach optimalen Soundtrack dazu zu liefern. Bin gespannt, wie viele Compis wir dieses Jahr wieder zusammenbringen.
Zweifellos erfahren auf diesem Gebiet ist das Label Ministry of Sound und das schickt gleich ein DJ-Doppelpack ins Rennen um die Gunst der Clubber. Die amtlichen Plattenleger DJ Larse und Mike Litt bringen hierzulande allwöchentlich bei EinsLive die Ätherwellen in sportliche Schwingungen und Mike Litt ist zudem noch einer der Haus-DJ vom „Privilege”, ex-KU, Ibizas one and foremost Tanzhalle für bis zu 10.000 Funkenmariechen und -heinzis, mit eigenem Pool und beinhartem JetSet-Faktor.
Solches verpflichtet natürlich und läßt die Spannung steigen, was da denn so alles zu hören ist auf diesen zwei Scheiben CD.
Nummer 1 ist ein durchgehend erfrischendes, lauschiges Lüftchen von chilligen Housetunes, bestens dazu geeignet, Vorfreude auf cocktailgeschwängerte Sonnenuntergänge, schicke Miezen und schweiß-heiße Nächte aufzubauen. Ein gleichbleibend hohes Niveau von Ambient-House, Jazz-House und milden Kopfnicker-Beats rieselt wohlig auf einen hernieder, geschickt verknüpft mit modifizierten up-to-date-Bestsellern wie Klee’s „Gold” oder ollen Kamellen wie Adeva’s „Right About Now”. Das kann ja richtig gut werden, denkt man so fröhlich vor sich hin und stellt sich schon auf einen fetten zweiten Teil ein, bei dem dann so richtig die Post abgeht.
Aber leider zu positiv gedacht. CD 2 ist der Flop der noch jungen Saison, bzw. hat eigentlich gar nichts mit dem zu tun, was man sich unter einer geilen Tanzschlacht so vorstellt. Das was Larse und Litt da auf den zweiten 70 Minuten zusammengenagelt haben ist Langeweile und Stumpfsinn pur. Ein nöliges Beats-Getackere ohne jede Leidenschaft und Wallung, ohne climax-fördernde Wellenbewegung und bar jeglicher Euphorie. Voll der Pleite-Geier. Jeder drittklassige Housemeister in Buxtehude bringt da mehr Leute zum Poppen als dieser müde Mix, der laut dem Targa-Team die Hitze der Nacht repräsentieren soll. Wie so was unter den Laser kommen konnte, verstehe wer will. Erst mächtig angespitzt und dann verhungert gelassen – seltsame Strategie.

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