Neue Platten

Bantu feat. Ayuba - Fuji Satisfaction – Soundclash in Lagos

Genre: AfroBeat
Label:Piranha (Indigo)
CD, VÖ: - 20.06.2005

In Lagos, Nigeria, gings schon immer etwas runder als in den anderen Musikmetropolen Afrikas. Im Basiskamp des AfroBeat waren nicht nur dereinst Fela Anikulapo Kuti und seine diversen Formationen sowie Leute wie Tony Allen oder King Sunny Ade die unumstritten Heroen der funky 70ies, auch heute geht da noch – trotz der ziemlich bedauernswerten sozialen und politischen Mißstände – zumindfest musikalisch mächtig die Post ab. Stichwort Femi Kuti und seine Party-Hochburg, der Africa Shrine.
Ebenfalls aus Lagos stammt Adé Bantu, den die Kölner mittlerweile schon zu den ihren zählen, denn schließlich ist er einer der Mitbegründer der Vereinigung „Bothers Keepers”, die als politisch aktive HipHop Crew sogar noch in den Charts klare Akzente gegen Rassismus und ähnliche Dünnbrettbohrer-Vorurteile setzen kann. Zusammen mit Adewale Ayuba, einem Dancehall-Performer, der ähnlich wie Kuti in Lagos einen eigenen Club betreibt (den Skindles), geht Bantu hier fuji-mäßig hart zur Sache, denn Fuji (abgeleitet vom japanischen Postkarten-Hügel) ist das neue Ding auf den Straßen Westafrikas, eine zeitgemäße Mischung aus altbekanntem AfroBeat, heißer Yoruba-Perkussion, islamischen Gesangselementen und westlichen Funkrhythmen. Geht ab wie ein mächtiger Raketen-Treibsatz und in die Beine sowieso.
So klingt also ein Soundclash aus Lagos, made in Germany. Bantu und Ayuba haben zusammen mit einer Handvoll deutscher und einer noch größeren Handvoll afrikanischer Musiker eine massive Latte vom Zaun gebrochen, die eine hoch energetische Symbiose aus afrodeutschem und nigerianischen Sound-Handwerk darstellt, sich fast ausschließlich an treibenden Beats orientiert und gekonnt PidginRap, Ragga und westliche Vokalharmonien mit einbaut. Man sieht also, der gute alte AfroBeat ist durchaus wandlungsfähig, vorausgesetzt er kommt in kompetente Hände. Was Bantu und Ayuba da angerichtet haben, kann sich sehen und vor allem hören lassen. Und selbst die Message, die einem Fela Kuti seinerzeit immer wieder Knastwochen einbrachte, hat überlebt und wird hier unmissverständlich an den Mann gebracht.
Massiver Respekt an Adé Bantu, der mit diesem afrikanisch-europäischen Brückenschlag nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung geleistet, sondern gleichzeitig auch dem Weltkulturerbe AfroBeat einen neuen Impuls gegeben hat.

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