Neue Platten

Ayla - O.S.T.

Genre: Film-Soundtrack/Türkei
Label: Prudence/BSC (Rough Trade)
CD, VÖ: - 18.06.2010

Ein altbekanntes Thema: türkische Kultur in Deutschland – eine Mischung aus Parallelwelt, Hassliebe, Vorurteilen und Missverständnissen. Jedenfalls immer gut für einen Filmstoff. Bei „Ayla” handelt es sich jedoch nicht um eine deutsch/türkische Personen-Zwietracht, sondern quasi um eine innertürkische Angelegenheit auf deutschem Boden. Kurz: Ayla aus München soll in die Türkei verheiratet werden, verliebt sich aber in einen Türken aus ihrem persönlichen Umfeld. Romeo und Julia à la turk also. Viel Klischeehaftes kommt da zum Vorschein, aber auch glaubhaft agierende Hauptdarsteller. Der Soundtrack zu diesem Film stammt von Ali Askin, geboren in München, Student der dortigen Musikhochschule und Absolvent der Hochschule für Fernsehen und Film. Er war es auch, der bereits zu der TV-Vorabendserie „Türkisch für Anfänger” für die musikalische Untermalung sorgte, in der auch Pegah Ferydoni – die hier die Ayla spielt – zu sehen war. Was vielleicht im Fernsehen funktioniert hat und auch im Kino dank der optischen Ablenkung vermutlich kaum wahrnehmbar ist, entpuppt sich auf der CD leider als musikalisches Trauerspiel und ist als eigenständiges Klangprodukt kaum empfehlenswert. Zu sehr ist die Musik daraufhin angelegt, effektvoll die Kino-Bilder zu untermalen, als dass sie eigenständig interessant wäre. So muss man sich durch 22 kurze bis mittellange Episoden von „Club 1 – 5”, „Kindergarten“ oder „Inevitable Incident” hören, die ausser durch ein bißchen Orient-Gerassel, schwülstiger Violinen-Cello-Trauerinszenierung und aufgesetzter Hollywood-Theatralik kaum etwas Substanzielles zu bieten hat. Mit anderen Worten Langeweile am laufenden Meter. Da loben wir uns doch einen Yann Tiersen. Und auch die beiden Titel von Sezen Aksu, die den Soundtrack einrahmen, sind gerade mal zweite Wahl.

www.askin.info
www.ayla-film.de