Neue Platten

The Funky Lowlives - Somewhere Else Is Here

Genre: Club Pop
Label:Modernsoul (Sony)
CD, VÖ: - 20.06.2005

Um mal ehrlich zu sein: unter funky verstehe ich ein bißchen was anderes als das, was die Funky Lowlives hier auf „Somewhere Else Is Here” machen. Statt kräftig ins Horn zu stoßen und earthquake-mäßig den Floor vibrieren zu lassen, gehen Gary Danks und JK Whitehouse lieber auf Kuschelkurs und beackern das weite Feld der relaxten Clubbeats, was in der Vergangenheit auch schon von den Herren Kruder & Dorfmeister als cool honoriert wurde. Die „Inside-EP” erschien 2001 auf G-Stone.
Nach 2002 „Cartouche”, nun heuer das zweite Album der beiden Londoner Produzenten-DJs. Und wie gesagt: pralle Dramatik nö, dafür eher Zuckerwatte mit Ernuss-Chili-Flips.
3:7 ist das Verhältnis, wenn es um Gesangs- und Instrumentalstücke geht. Die mit Vocals versehenen Nummern sind schnell abgehakt: Der Eröffner „Sail Into The Sun” mit Ben Lord ist ein schöner Ibiza-Sundowner, mehr aber auch nicht. Bei „Til I Left The Music” feat. Marshmello dreht sich zu lange zu wenig um denselben Kreis und bei „Float Through Stars” wieder mit Ben Lord riecht’s schon wieder verdammt streng nach Air.
Interessanter sind da schon die wesentlich abwechslungsreicheren Festplattenprodukte, die aber gottseidank auch mit viel analogem Futtermittel garniert sind. Akustische Gitarren, Banjo, Harmonica, Flügelhorn, Oboe, Harfe, Streicher und Stehbass treffen da auf elektronisch angereichtertes Songwriting, das nicht selten nach frischer Landluft und langsam dahindriftenden Schönwetterwolken duftet. Ein weiterer Beweis dafür, daß dem guten alten Funk gehörig die Flügelchen gestutzt wurden. Dennoch kann man den beiden schicken Herren nicht unbedingt vorwerfen, sie hätten zu einem beherzten Sprung in die Schmalzdose angesetzt. Ihr ästhetisches Empfinden ist halt nur ein bißchen vom rechten Pfad der dirty Funkyness abgekommen, aber auch da gibt es nette Sträußlein zu pflücken und die hören sich dann an wie „Time Traveller Man” oder „Here Is Somewhere Else”. Bunt, üppig und mit einfallsreichem Zierrat versehen. Der einzige Track, bei dem die Tanzmaus ein bißchen aus ihrem Loch hervorlugt ist der vorletzte und der gefällt mir ausnehmend gut. Kann man gut sein Jojo drauf hüpfen lassen.

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