Neue Platten

Gecko Turner - Gone Down South

Genre: World Pop
Label: Lovemonk (Nova Media)
CD, VÖ: - 17.09.2010

Geckos sind bekanntermaßen eine putzige, aber lichtscheue bzw. nachtaktive Echsen-Spezies, die sich am liebsten von Insekten ernährt. Welche kulinarische Vorlieben allerdings Herr Gecko Turner hat, lässt sich hingegen nur vermuten. Wir tippen da mal auf Paella oder Tapas. Denn Gecko Turner heißt eigentlich Fernando Gabriel Echave Pelaez und stammt aus Badajoz in Spanien und das liegt hart an der Grenze zu Portugal. Nach Lissabon sind es gerade mal 200km. So ist denn auch sein Album „Gone Down South” nicht unbedingt mit nordamerikanischen Südstaaten-Maßstäben zu messen, sondern man sollte eher eine hispanische Latino-Meßlatte anlegen. Der Opener „Truly” versprüht außer etwas funkigem Soul-Feeling allerdings noch nicht besonders viel Originalität, die setzt erst danach ein. Mit der stimmlichen Schnodderigkeit eines Willy DeVille bewegt sich Gecko Turner alsbald auf afro-kubanischem Terrain und ab da wird die Scheibe interessant. Klimperndes Bodega-Piano, herzige Männerchöre und fluffige Karibik-Perkussion machen „Cuanta Suerte” zu einem schicken Dancefloor-Schieber. Weiter geht’s mit Retro-Pop-Romantik à la Lou Reed, Extremadura-Funk-Rap, Kuschelsoul, jazzigem Groove und einer Reihe von Tracks, die stark von afrikanischer Musikkultur beinflusst sind. Nicht umsonst eilt Gecko Turner der Ruf voraus, ein vielseitig interessierter Patchwork-FunkSoul-Brother zu sein, der seine Spanischen Wurzeln gekonnt mit dem großen Restgeäst der Welt verknotet.

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