Neue Platten

Fat Freddys Drop - Live At Roundhouse

Genre: Soul/Jazz/Reggae
Label: The Drop (Rough Trade)
CD, VÖ: - 17.09.2010

Der musikalische Nabel der Welt ist Neuseeland nun wirklich nicht und deren Hauptstadt Wellington erst recht nicht. Und doch beherbergt die Kiwi-City eine der bemerkenswertesten Bands, die sich im Britischen Empire tummelt. Man darf sich vom Cover der Marke „Cheap Thrills” nicht täuschen lassen: Fat Freddys Drop sind eine hart arbeitende 7-Mann-Kombo, die musikalisch so viel drauf hat wie das Land der Großen Weißen Wolke hinter den sieben Bergen und Weltmeeren: nämlich verdammt viel. 8 mal Platin haben sie mit ihrem Album „Based on a True Story” im Jahre 2005 in NZ eingeheimst. Das sollte zu denken geben. Der Live-Gig, aufgezeichnet 2008 im legendären Londoner Roundhouse, geriet demnach auch zu einem furiosen Show-Off aus Bläser-Jazz, pumpenden Reggae-Beats und Gänsehaut erzeugendem Hi-tech-Soul. Gerade mal 6 Tracks beinhaltet diese CD, dafür hat aber jeder Song eine Spielzeit zwischen 10 und 16 Minuten. Tief unter die Haut gehende Werke, z. B. das Echo-Chamber-Brass-Soul-Gebräu „The Raft”, verleiten zum Zeitlupen-Headbanging, das zunehmend an Fahrt gewinnt und unmerklich in einen fetten Beat übergeht, der kein Auge trocken und kein wahres Musikerherz unberührt lässt. Dallas Tamaira aka Joe Dukie zählt mit zu den coolsten Sängern des Soul-Genres, Ho Pepa ist ein Meister der Posaune, Tony Chang Herr der Trompete und Chopper Reedz bläst das Saxophon wie kein anderer. Dazu ein Keyboarder mit Multitasking-Fähigkeiten, MC Slave, ein voluminöses Live-Schlagzeug und ein Erdbeben-Bass machen Fat Freddy Drop zu einem unwiderstehlichen Act. „Live at Roundhouse” muss man einfach haben. Ein Album dick und fett.

www.fatfreddysdrop.com