Neue Platten

Donso - Donso

Genre: Afrika Elektrik
Label: Comet Records (Groove Attack)
CD, VÖ: - 01.10.2010

Der BBC- und Club-DJ Gilles Peterson gilt zurecht als einer der tonangebenden Plattenleger der britischen Szene und wird auch weltweit als eine Autorität in Sachen globaler Elektrobeats respektiert. Sein Urteilsvermögen gilt als profund und was er gut findet, ist nur in den allerseltensten Fällen von diskutierbarer Qualität. Wenn er sich also positiv über ein neues französisches Afro-Elektro-Projekt auslässt („Top album of the year – so far“), kann dies so schlecht nicht sein und diese Beurteilung ist dann meist mehr wert, als so manche Promotionanstrengung. In der Tat, der Musikerverbund der Formation „Donso” leistet zwar keine Vorreiterarbeit, was die Verschmelzung von afrikanischer Tradition mit westlicher Elektronik angeht, aber dennoch ist das was „Donso” hervorbringen, alles andere als billiger Mumpitz. Pierre-Antoine Grison (geannnt Krazy Baldhead) und Thomas Guillaume sind die treibenden Kräfte dieser kontinent-übergreifenden Kombo, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die traditionellen Klänge von Mali mit den urbanen Beats einer europäischen Metropole zu verbinden. Gegenspieler der beiden Franzosen an programmierten Keyboards und Drums sind Guimba Kouyaté an der afrikanischen Laute namens N’Goni, Ballake Sissoko an der 21-saitigen Kora, Cheick Thidiane Seck an den Keyboards sowie der Sänger Gédéon Diarra. Das schöne an dieser CD ist die Tatsache, dass die Sache zu allerst einmal tief nach Afrika klingt und die elektronischen Feinheiten und Beats nicht mit der Tür ins Haus fallen. Erst bei näherem Hinhören erkennt man die teilweise leicht technoid anmutende Rhythmik, die im Hintergrund liegenden ambienten Texturen und die pluckernden Grooves. „Tile Ban” zum Beispiel hat etwas von „Deep Forest”, die Anfang der 90er Jahre erste Feldversuche mit der Kreuzung von afrikanisch/asiantischen und künstlich generierten Beats unternahmen, „Musow” dagegen ist geprägt von Anlehnungen an HipHop und House. „Donso” ist also ein geschickt gemachtes Album, das sich weder der einen, noch der anderen Seite anbiedert. Und es ist nicht zuletzt dem Vokalisten Diarra zu verdanken, dass diese 11 Tracks am Ende so tiefschwarz klingen.

www.myspace.com/donso