Neue Platten

The Art of Electro Swing - (V. A.)

Genre: SwingJazz
Label: ChinChin Records (Sony Music)
CD, VÖ: - 01.10.2010

Gut für das Musikbiz, wenn wieder mal ein neuer Trend gefunden wurde. Den richtigen Riecher in dieser Brise hatte bereits 2007 der Wiener Musiker Klaus Waldeck mit seinen Ballroom Stories. Er polierte den Swing der 40er und 50er Jahre artgerecht auf und machte daraus einen Mix aus Retro und Elektro. Eine Mischung, die selbstverständlich ein gehöriges Dancefloor-Potenzial in sich barg und dadurch heute in jeden besseren Tanzklub passt. Auch das Wuppertaler Label ChinChin Records weiß mit diesem Genre gut umzugehen. Deren Pferdchen im Stall wie Tape Five oder Club des Belugas beweisen, dass der stöckelige Swingjazz von heute jeder Party gut zu Gesicht steht und auch im gut sortierten Szene-Klub die Puppen tanzen lässt. Dazu bedarf es nicht mehr wie zu Charlston-Zeit eines entsprechend exotischen Outfits. Heute reicht es, einen schicken Sampler aus der Tasche zu ziehen und dem Bartender zuzustecken, er möge das Ding doch mal in den Player schieben. „The Art of Electro Swing” versammelt 14 trendige Tracks, die sich zum Großteil aus dem hauseigenen Repertoire rekrutieren, oder von Label-Künstlern recycelt wurden. So hören wir unter anderem die wieder aufbereiteten Stimmen von Stars wie Ella Fitzgerald, Artie Shaw oder Fred Astaire in neuem Soundgewand oder die Label-Neuentdeckung Anna Luca aus Schweden, die mit ihrer Swing-Version von „Desperately Trying” ein wunderbar tuffiges Debut bietet. Und wenn der Kronkorken zischt, ist es Zeit, dass auch die Andrew Sisters ihren Jojo-Effect-Mix aus Rum und CocaCola neu kredenzen. „The Art of Electro Swing” ist ein gut gelungener, weil kurzweiliger Sampler zum Thema „Aus Alt mach Neu”, mit vielen coolen Songs, mit denen man sich eigentlich nur Freunde machen kann.

www.chinchin-records.com