Neue Platten

Heinz Strunk - Trittschall Im Kriechkeller

Genre: Humor/Hörspiel
Label:Trikont (Indigo)
CD, VÖ: - 30.06.2005

Ein Ausflug in die Klapse gefällig? Trikont machts möglich. Pressspan-Humorist Mathias Halfpape alias Heinz Strunk alias Jürgen Dose alias Studio Braun alias Fleischmann TV mit einem neuen irr-witzigen Werk. Ein nur schwer verdaulicher Ausflug in die verkorkste Welt eines Sonderlings.
Manchmal tut es richtig weh, zuzuhören. Und hat das wirklich noch was mit Humor zu tun? Nach dem Kapitel 6 (Auslöschung/Erschießungsphantasien in Polen) bin ich mir da nicht mehr so sicher. Fest steht allerdings, daß man über die gesamte Länge dieser gemütskranken Ausführungen von einer Groteske zur anderen geprügelt wird. man aber immer und stets auch ein bißchen viel Ehrfurcht vor einem solch komplexen Ideen-Fundus hat, der scheinbar keine Grenzen kennt.
„Trittschall im Kriechkeller“ ist Höspiel und Liederzyklus in einem. Erzählte Alltagsapokalypsen eines verklemmten Loosers und apokalyptische Audiotracks eines traumatisierten Irrläufers, die weitaus krasser sind, als das was Station 17 in ihren radikal-debilen Momenten je produziert hatten. Dennoch sind es gerade diese ziemlich trendig angelegten Songs, die einen ein bißchen von der „humoresken” Fassungslosigkeit entlasten.
Wenn Jürgen Dose beispielsweise über einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde nachdenkt, wie man es nach dem Ableben am besten schafft, auto-einbalsamiert möglichst lange unentdeckt in seiner Wohnung zu bleiben, wie man erfolgreich einen Wanderhoden wieder an seinen angestammten Platz zurückholt oder wie einen das Phänomen „leichtbekleidete Biester” beinahe zum Wahnsinn und zu regelmäßigen „Abmelkorgien” treibt, bleibt einem irgendwie immer das Lachen im Halse stecken, selbst wenn das alles vom rein humoristischen Point-of-View ziemlich abgefahren erscheint. Obwohl sich hier Geistesakrobatik auf oberstem Niveau abspielt, grenzt es doch schon sehr stark an Selbstgeißelung, sich diese Platte in kurzen oder kürzeren Zeitabständen anzutun. Mir haben die Hördurchgänge zum Beschreiben dieser CD fürs erste jedenfalls erst mal gereicht. Mal sehen, wann und zu welchem Anlass ich sie wieder aus dem Regal hole.

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