Neue Platten

Bart Davenport - Maroon Cocoon

Genre: Singer/Songwriter Pop
Label:Antenna Farm/BB Island (Edel Contraire)
CD, VÖ: - 27.06.2005

Blind Date: Track 1 hört sich an wie Auszüge aus dem New York Mining Desaster der Bee Gees, Track 2 wie ein ins englische transskribierter Bossa Nova, Track 3 smells like Steely Dan Spirit und bei Track 7 feiern die LedZep-Blockflöten ihre fröhliche Wiederkehr ins Pop-Geschehen. Das alles und noch mehr zu erfahren und zu erhören bei Bart Davenport, Bürger aus Berkeley, um die Ecke von San Francisco, Californien, USA.
Eine milde Platte also, die man sich gerne antut. Ein Singer/Songwriter mit leichten Rock-Ambitionen. Denn wo mancherorts die Akustische still gezupft wird und ein Hauch von Donovan, Simon mit Garfunkel oder Kings of Convenience durchs Gemäuer weht, wird andernorts auch schon mal kräftiger in die elektrischen Saiten gelangt. Dabei ist Davenport eigentlich kein professioneller Kupfermeister, sondern ein höchst eigenständiger Pop-Artits, der halt nur viel von dem verinnerlicht hat, was die britische und amerikanische Szene in ihrer Post-Hippie-Historie so alles zu bieten hatte. Und das war nicht gerade unerheblich.
Manchmal – wie z. B. auf dem bereits erwähnten Track 7 „Paper Friend“ – wirkt Davenport vielleicht ein bißchen zu mildtätig, um nicht zu sagen eine Nummer gar zu naiv-poetisch, wenn er mit den Zeilen beginnt „Paper plane, don’t fly away, I get lonesome when you leave …”. Da ist man dann schon froh, wenn es mit den darauffolgenden „LA Girls“ etwas konkreter zur Sache geht oder mit dem vorletzten „One More Reason” gar hübsch funky wird.
Man sollte diese CD also nicht einfach achtlos im Regal stehen lassen. Zwar ist da was anderes drin, als es uns das Cover weiß machen will (eben kein spleeniger Musik-Clown), aber gerade diese unerwartete Bescherung erweist sich als ein gelungenes Kunststück, dem man viele feine Seiten abgewinnen kann.

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