Neue Platten

Cosmonautix - Energija

Genre: Balalaika Speedfolk
Label:Piranha (Indigo)
CD, VÖ: - 28.01.2011

Spätestens seit dem Fernsehfilm „Im Angesicht des Verbrechens” wissen wir, dass Berlin fest in russischer Hand ist. Kaffee Burger-Besucher wußten das allerdings vermutlich schon vorher und auch sonst tummeln sich in der bundesdeutschen Haupt­stadt so manche russischen Trittbrettmusiker. Hierzu zählen natürlich auch die vier Jungs der Neuberliner Band Cosmonautix, von denen man bislang noch nicht genau weiß, ob ihre Vorfahren nun tatsächlich noch unter Jelzin und Gorbatschow gedient haben oder ob sie sich kurzerhand selbst zu Jüngern einer semiauthentischen Russendisko-Szene befördert haben. Der Name der Band strotzt ja auch nicht gerade vor gehirnstürmischem Tiefgang sondern scheint eher der Afterparty einer feuchtfröhlichen Lesung von diversen Uderzo & Goscinny-Comics entsprungen zu sein. Ihr Album „Energija” jedenfalls wird der Gattung „Balalaika Speedfolk” zugeschrieben, was zum einen daran liegt, daß Morgan Nickolay als Sänger auch noch das hölzerne Dreiecks­instrument von der Wolga zupft, Ruben Wilschenko eine stramme Baikal-Geige streicht, Pawel Eivic tiefe Petersburger Stromstöße verbreitet und Dr. Ivan Petrov alias Kai Laschnikov das sibirische Schlag­zeug betrommelt. Zum anderen haben sich die Party-Cosmonauten genussvoll in den Tiefen der Katakomben des russischen Wodkaliedgutes umgeschaut und so machen traditionellen Gassenhauer neu interpretiert. Punk, Ska und Klezmer lassen grüßen. Darauf lässt sich selbstverständlich trefflich tanzen und Mitgrölen kann hier sowieso jeder irgendwie. Eine ordentliche Sause also, die hier vom Stapel gelassen wird.

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