Neue Platten

Tabadoul Orchestra - World Wide Wahab

Genre: Kölsch/Bayern/Kairo/Brass
Label:Westpark Music (Indigo)
CD, VÖ: - 28.01.2011

Manchmal bedarf es eben eines gewissen Anstoßes, damit die Kugel wieder rollt. Die Kölner Brass Band von der Schäl Sick hat ja bekanntermaßen einen liebenswerten Verschleiß an exotischen Sängerinnen. Am Anfang war da die Perserin Maryam Akhondy, später Ivanka Ivanova aus Bulgarien oder Kristi Stassinopoulou aus Griechenland, 2006 dann tauchte die Schwedin Anna Lindblom auf. Fünf Jahre später also Zeit, sich etwas Neues auszudenken. Raimund Kroboth, Gründer der SSBB, kommt da selten in Verlegen­heit und mit Gott und seinen Welt-Musikern schnell ins Gespräch. Dina Gouda heißt nun die neueste Errungenschaft auf dem Kölner Laufsteg der multikulturellen Gesangs­performance und mit ihr kam die Idee Kroboths, bei dieser Gelegenheit auch gleich eine neue Kombo aus der Taufe zu heben. Dina Gouda ist nun nicht die Vorstands­chefin eines holländischen Käse­imperiums, sondern waschechte Ägypterin aus Kairo mit einer Menge Infomaterial zum 1991 verstorbenen Mohammed Abdel Wahab im Gepäck, der einst als Innovator der ägyptischen Populärmusik galt. Ein gefundenes Fressen für Kroboth und seine neuen bzw. alten Mitstreiter, war doch die Musik des Maghreb für die Kölner schon immer ein wesentlicher Bestandteil ihres musikalischen Selbstverständnisses gewesen. Und so trägt das neu gegründete Tabadoul Orchestra die unverkennbare Handschrift gleich zweier Ägypter, die einer lebendigen Sirene und die eines verstorbenen Musikpioniers. Hinzu kommt eine ordentliche Portion bayerisches Wirtshausblech, gewürzt mit einem ungarischen Zymbalon, einer sportlichen Osteuropa-Geigerin und einem indischen Harmonium. Fertig ist die Schäl Sick Brass Band in neuen Outfit. Schick, steht ihr gut. Es lebe Tabadoul.

www.tabadoul.de