Neue Platten

Anna Calvi - Anna Calvi

Genre: Indie
Label:Domino Records (GoodToGo)
CD, VÖ: - 14.01.2011

Frohlocken ist angesagt: Die britische Szene hat scheinbar wieder mal einen neuen Star. Nachdem die pummelige Adele zur neuen Gesangsikone des Soul-Blues-Main­stream ausgerufen wurde, ist Anna Calvi auf dem besten Weg, zu einer respektablen Femme Fatal der Indiefraktion zu werden. Warum? Sie kann nämlich nicht nur Gitarre spielen (keine ausgefuchsten Soli zwar, sondern einen sehr coolen Vintage-Sound, wo das Hallgerät heiß läuft und vornehmlich die tiefen Saiten vibrieren), sie kann auch vortrefflich singen (eine Mischung aus Siouxsie und Polly) und sie bringt einen nicht zu verachtenden Erotik-Faktor mit ins Spiel. Knallrote Lippen, hart geschminkt, die Telecaster fest im Griff - da werden Männeraugen zu Feld­stechern. Der Sound von Anna Calvi ist indes alles andere als süßlich und sanft. Derb eher, zuweilen exzentrisch, aber immer elektrisierend. Und ihre kleine Backing­band, die gerade mal aus einem wuchtigen Schlagzeuger und einer Multi­instru­men­talistin mit Gitarre, Harmonium und allerlei Perkussionsutensilien besteht, produziert eine pulsierende Plattform für Calvis laszive Performance, die gespickt ist mit Death-Valley-Assozia­tion­en, Flamenco/Bolero-Bezügen, Nick-Cave-Verweisen und New-Wave-Interpretation. Anna Calvis selbstbetiteltes stürmisches Debut hat zurecht viel Staub aufgewirbelt. Hat der sich erst einmal gelegt, bleibt eine CD übrig, die in ihrer rezeptiven Nachbereitung weiterhin noch viel positive Energie freisetzen dürfte.

www.annacalvi.com