Neue Platten

Syriana - The Road To Damascus

Genre: Middle East
Label:Real World (Indigo)
CD, VÖ: - 04.02.2011

Die Strasse nach Damaskus fäng in unserem Beispiel bereits in London an. Kenner der dortigen Weltmusikszene erinnern sich gerne an die Attraktion der 1990er Jahre „Transglobal Underground”, die mit ihrer Fusionsmusik die damalige Welt aus den Angel hoben. Alben wie „Dream of 100 Nations” oder „International Times” waren Wegbereiter einer neuen Richtung, aus der auch die Ikone Natacha Atlas hervorging und die sich heute mit ihrer arabisch-ägyptischen Zwittermusik immer weiter von ihren britisch-psychedelischen Untergrundwurzeln entfernt hat. Damals mit dabei auch ein Mann namens „Dubulah”, bürgerlich Nick Page, eine treibende Kraft bei Transglobal Underground und Folgeprojekten. Dubulah hat sich mittlerweile einem anderen Projekt zugewandt, ist aber dem Ruf des Mittleren Osten treu geblieben. Zusammen mit dem syrischen Qanun- und Oud-Spieler Abdullah Chhadeh sowie dem Bassisten und Keyboarder Bernard O’Neill hat er „Syriana” gegründet und damit ein Konzept aus der Taufe gehoben, das dort anknüpft, wo er und Natacha Atlas bereits zu „Diaspora”-Zeiten 1995 zuhause waren. „The Road to Damascus” ist ein faszinierendes Album zwischen orientalischer Herzmusik, Anklängen an Jazz und westlicher Americana-Musik. Dubulah arbeitet seine Surf-Gitarre geschickt in breite Streicherwände ein (die Pan Arab Strings aus Damskus), dazu sehr prominent das arabische Hackbrett Qanun, hin und wieder ein betörendes Akkordeon, ein jazziger Bass sowie die typisch nordafrikanisch-arabische Perkussion, die alles zusammenhält. Besonders ergreifend wird es dann, wenn Sängerin Lubana Al Quntar mit ins Spiel kommt. Ihre stimmliche Präsenz zwischen Fairuz und Atlas ist wie das Tüpfelchen auf diesem „i”. Ein packendes Album, das durch seine versteckte Energie glänzt.

www.syriana.org