Neue Platten

Hijaz - Chemsi

Genre: Folkjazz
Label: Zephyrus (Galileo MC)
CD, VÖ: - 04.03.2011

Das Spannungsfeld zwischen Jazz und Folk ist für alle Involvierten eine immer wieder gern genutzte Spielwiese. Für die Musiker sowieso, denn hier müssen sie sich nicht auf das eine oder andere Lager festlegen und können nach Herzenslust heimatliche Klänge und die ungeschriebenen Gesetze des Jazz miteinander kombinieren. Und auch der Rezipient, also der Musikfreund zuhause an den Lautsprechern oder auswärts auf einem Festival, wird mit anspruchsvoller Ware bedient, profitiert vom professionellen Umgang der Musiker mit ihren teilweise ungewöhnlichen Geräten. Auch die Formation Hijaz aus Belgien mäandert besetzungsbedingt zwischen allerlei Kulturen. Der Oud-Spieler Moufadhel Adhoum und der griechisch-belgische Pianist Niko Deman gründeten 2004 dieses Ensemble, das außerdem noch aus dem marokkanischen Perkussionisten Azzedine Jazouli, dem belgischen Schlag­zeuger Chryster Aerts und dem Bassisten Vincent Noiret besteht. Ergänzt wird Hijaz noch unter anderen vom armenischen Dudukspieler Vardan Hovanissian und dem ungarischen Geiger Tcha Limberger. Die acht Stücke auf „Chemsi” sind sicher mehr dem Jazz zuzuordnen als der Folklore. Zu sehr halten sich die Musiker an die stille Post des Verhaltens- und Improvisationskodexes von traditioneller Jazzmusik. Und so sind die großen Crossover-Vorbilder Anouar Brahem und Rabih Abou-Khalil zwar latent präsent, werden aber von Hijaz geschickt in eine eigene Sprache umgemünzt.

www.hijaz.be