Neue Platten

Dos Hermanos - 1 - 2 - 3

Genre: Indie
Label: Gutfeeling (Broken Silence)
CD, VÖ: - 18.03.2011

Normalerweise tummelt sich der Münchner G. Rag mit seinen Hermanos Patchekos oder auch mit seinen Landlergschwistern in irgendwelchen bayerischen Wirts­häusern, angegliederten Biergärten oder Bierschwemmen und spielt eine fröhlich-trashige Parodie auf heimische Traditionsblechmusik und nordamerikanischen Hinterhof-Rock ‘n’ Roll. Und so manches mal kann das ganze auch schon mal zu einem Hank-Williams-Gedächtnis-Marathon ausarten. Sind gerade mal nicht genügend Patchekos oder Gschwister zur Stelle, geht auch gerne die Duoformation - genannt Dos Hermanos. Und diese zwei Brüder - José the Black Rider und Señor G. Rag - sind sozusagen die Keimzelle von Gutfeeling-Records. Immerhin haben sie es so schon zu zwei Alben gebracht und „1-2-3“ ist demnach folgerichtig ihr drittes. Und diesmal heißt die Parole: raus aus Bavaria, rein nach Amerika. Ganz tief rein ins Giant Sand-Länd, way down to Arizona, wo die Pedal-Steel-Gitarren tiefer gelegt sind und die mexikanische Wüsten­trompeten ein paar Sandkörner mehr in den Ventilen haben. In gewohnter Lo-Fi-Technik und mit dem bereits hinlänglich bekannten Instrumenten­fuhr­park wie Megaphon, geschrubbter Gitarre, Blech­eimern, Snaredrum, Mundharmonika, altersschwachen Verstärkern und mehrfach gelöteten Verzerrern wollen die Dos Hermanos nun als Quintessenz ihrer US-Tour auch noch die letzten Desperados diesseits und jenseits des großen Teiches mit ein paar gnadenlos neu bearbeiteten Fats Domino- und Hank Williams-Kracher beglücken. Auch das restliche Repertoire der Psychobilly-Rocker klingt mehr nach Rumpelstilzchen als nach ausgefuchster Soundartistik. Dafür verdammt ehrlich und authentisch, aufs Wesentliche eingedampft, sprich maximal minimalisiert. Rock ’n’ Roll auf den Punkt gebracht.

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