Neue Platten

Watcha Clan - Radio Babel

Genre: Crossover
Label: Piranha (Indigo)
CD, VÖ: - 25.03.2011

Mit ihrem 2008 erschienenen Album „ Diaspora Hi-Fi” hat die aus Marseille stammende Watcha Clan-Truppe im Sektor Weltmusik allerhand Staub aufgewirbelt. Ihre Spur der Beschallung zog sich über die letzten drei Jahre durch fast alle europäischen Staaten und sogar die USA. Als Hauptattraktion immer mit dabei: der Erfolgstitel „Balkan Qoulou”, ein Ohrwurm sondergleichen und Inspirationsvorlage für so manchen Remixer. Mit so einem Erfolgserlebnis im Rücken läßt es sich in der Szene natürlich vortrefflich leben. Aber irgendwann ist es auch Zeit für ein Nachfolge­produkt und das hat der Watcha Clan nun mit „Radio Babel“ endlich vorgelegt. Eine entsprechend hohe Erwartungshaltung war da logischerweise nicht unangebracht, die neuen Tracks müssen sich schließlich an den alten messen lassen. Um es gleich vorweg zu nehmen: die Franzosen haben ihre neue Aufgabe gut gelöst, wenngleich sie ganz clever auf der bereits vorhandenen Erfolkgsrezeptur aufgebaut haben. Und das bedeutet: von allem ein bisschen. Nordafrika, Balkan, Mestizo, Klezmer, Orient - die Mittelmeer-Karawane hat sich neu aufgestellt, sich ein knackiges Update verpasst und sich dank des mittlerweile gestiegenden Marktwerts mit Gästen umgeben, deren Namen einem freundlich im Ohr klingen: „Gypsy Dust” ist eine Zusammen­arbeit mit der unverwechselbaren Bläsertruppe von Fanfare Ciocarlia aus Rumänien, elektronisch aufgemotzt und als fescher Disko-Stomper konzipiert. Ein ähnliches Schicksal wird dem in Ehren ergrauten Caféhaus-Pianisten Maurice el Medionis aus Algerien zuteil: „Viens, Viens” mutiert unter der Ägide der beiden Clanchefs Sister K und Suprem Clem zu einer aufgebohrten Maghreb-Hüpfburg-Nummer. Etwas Spaghetti-Western-Feeling („Il était une fois dans l’Est”) und ein midtempo Ofra-Haza-Im-Nin’Alu-Gedächtnis-Cover mit technoidem Einschlag vervollständigt das babylonische Konstrukt des Watcha Clans. Global Disko eben.

www.watchaclan.com