Neue Platten

Chupacabras - Leyendas Urbanas

Genre: Mestizo/Latino
Label: Galileo Music (Galileo MC)
CD, VÖ: - 25.03.2011

Der Chupacabra ist ein lateinamerikanisches Fabelwesen, das ländlichem Kleingetier ganz gerne mal die Kehle aufschlitzt und sich am strömenden Blut labt. Kein besonders kuscheliges Image, das sich die Kölner Latino-Band da ausgesucht hat. Aber der Südamerikaner liebt offensichtlich ganz gerne die martialisch Selbstdarstellung und speziell beim hiphoppenden Jungvolk zieht so eine Nummer immer. Entsprechend hat die Band auch ihren „Chupastyle” entwickelt, der sich aus den Zutaten Rap, Mestizo, Rock, Salsa, Reggae, Cumbia, Funk, Son und Polka zu etwas individuellem zusammensetzen soll. Man munkelt hier von einem Brückenschlag von urbanen Beats zu lateinamerikanischer Folklore. Mit viel gerapptem Salsamuffin geht das Album dann auch los und verprellt damit zunächst einmal all diejenigen, die vielleicht ein paar Tracks weiter mehr Freude an dieser CD hätten, denn die Chupacabras können auch anders. Ländliche Pamparyhthmen wie Cumbia oder blecherner Anden-Pop beherrschen sie nämlich ebenso, wie schnulzige Poemas, harten Ska oder schlurfigen Latino-Reggae. Aus Peru, Mexiko, Chile, Spanien und deutschen Landen stammen die Bandmitglieder und haben - welch eine Parallele zu den mexikanischen Los de Abajo - eine starke Frau an der Posaune. Zu Gast sind auf „Leyendas Urbanas” der Chilenische Jazzpianist Pablo Paredes (Alex Acuña, Charlie Mariano), der Per­kussionist Roland Peil (Fanta 4, Chaka Khan) sowie der Ausnahmetubist Nano Hernen Angel (BlueArt Orchestra), die Rapper Mavys, Lish à Bon (Zweigstelle) und der Sänger Daniel Hermes (Schlagsaite). Was Culcha Candela für Berlin sind, sind die Chupacabras für Kölle. Zu beiden kann und soll man nicht nein sagen.

www.los-chupacabras.de