Neue Platten

Montmorensy - Writ In Water

Genre: Dream-Pop
Label: Traumton (Indigo)
CD, VÖ: - 13.04.2011

Freunde oppulenter Filmmusik, die gleichzeitig auch noch einen „soft spot” für die alten Klassiker wie Brahms, Schubert oder Beethoven haben und zudem auch noch für theatralisch versponnenen Poesie-Pop zu haben sind, aufgepasst: Mitten in unserer freakigen Hauptstadt hat sich ein Mann aus Downunder niedergelassen, der all diese Vorlieben in sich vereint, Großes damit geplant hatte, zwischendurch an der klanglichen Umsetzung seiner Fantasie­welt zu scheitern drohte, am Ende dann aber doch dank der Mithilfe von kunstbesessenen Mitstreitern gesiegt hat. Montmorensy heißt der Typ, geborener Paul Hankinson, von Beruf Visionär und vergleichbar mit Spitzwegs armen Poeten. Denn Montmorensy ist Pianist, dichtet Klänge und hat vermutlich daheim einen leeren Kühlschrank. Dafür schreibt er fleißig Musicals, übt sich in klassischer Musik, stellt den Begriff „Pop“ auf den Kopf (downunder!), hat einen skurrilen Humor und einen fast schon besessenen Drang zur Romantik. Bei so viel Kunstfertigkeit war es dann auch kein Wunder, dass man im Hause Traumton diesem Traumtänzer gerne unter die Arme gegriffen, ihn gefördert und zur sonoren Reife geführt hat. Das Ergebnis „Writ in Water” ist nur schwer in Worte zu fassen, denn es handelt sich ja wie gesagt um das Konstrukt eines hoffnungslosen Schwärmers, der erst einmal sein Kopforchester in audiotechnische Bahnen lenken musste. Aber zum Glück wurde die Mission erfolgreich accomplished. Zusammen mit einem halben Symphonie­­orchester läßt Montmorensy Gras in der Antarktis wachsen, bringt Goldfische zum Singen und stellt fest, dass Enten keine Satelliten brauchen und noch vieles mehr. Wer 56 Minuten lang vor der Realität des Leben flüchten möchte, ist hier goldrichtig.

www.montmorensy.com