Neue Platten

Federico Aubele - Berlin 13

Genre: IndiePopDub
Label: ESL (ADA/Warner)
CD, VÖ: - 15.04.2011

Sueño Buenos Aires, Sueño Berlin. Der Städtetausch von Südamerika nach Mittel­europa war für Federico Auble scheinbar kein einfacher. Welche unangenehme Hintergründe auch immer den Argentinier dazu bewogen haben, an der Spree - zumindest vorübergehend - seine Zelte aufzuschlagen, diese seine dritte CD jedenfalls ist es auch diesmal wieder wert, mit aller gebotenen Aufmerksamkeit zur Kenntnis genommen zu werden. Die Zahl 13 aus dem Albumtitel ist dabei ein deutlicher Verweis auf die Deutungslehre von Tarot-Karten und signalisiert zuvorderst den Tod. Das Artwork des Album entspricht dann auch einer trüben November-Stimmung. Der klangliche Inhalt dieser CD mit seinen 10 Stücken verströmt verhaltene Gefühle, verweilt in melancholischer bis schwermütiger Atmo, ist aber von einer morbiden Depression gottseidank noch weit genug entfernt. Zieht man Aubeles bisherige Alben „Gran Hotel Buenos Aires” und „Panamericana” zum Vergleich heran, fällt einem natürlich sofort die introvertierte und regenschwere Verfassung ins Ohr. Trippige Beats mit vielen Dub-Elementen, verhaltene Dancebeats sowie die reggae-typische weiche Gangart in Kombi­na­tion mit einer sonoren Stimme sind zwar weit entfernt von eitel Sonnen­schein und doch kann auch dieser Output von Federico Aubele überzeugen und faszinieren. Die Gastsängerinnen Natalia Clavier und Ka (Karina Zeviani) ergänzen mit leichtfüßigem Charme das lichtarme Zeitlupen-Ambiente; Melodica, Nylon-Gitarre und unmerkliche Elektronik erinnern ein wenig an das Gotan Projekt. Es muß also nicht immer swingen und pumpen, der Sommer darf auch mal ein paar Regentage haben. Genau dort hinein passt diese zartbittere CD.

www.federicoaubele.com