Neue Platten

Wood In Di Fire - Off The Hook

Genre: Reggae/Dub
Label:Moanin’ (Rough Trade)
CD, VÖ: - 18.07.2005

Reggae aus der Uckermark? Ist das sowas wie Landler aus Jamaica? Kaum, denn lederbehoste Stubenmusi-Rastas wird man in der Karibik weniger finden, als gestandene Offbeatler hierzulande. Schließlich sind Seeed oder Gentleman ja auch keine Amateur-Spackos. Also sollte man sich mit dem Gedanken anfreuden, daß auch aus den sogenannten neuen Bundesländern authentische Rasta-Sounds entspringen können. Wood In Di Fire setzen sich aus den Überresten verschiedenster Berliner Bands zusammen und bilden mittlerweile ein festes Konglomerat aus Bläsern, Perkussionisten und Saiteninstrumentalisten, ergänzt durch ein paar Sänger beiderlei Geschlechts. Apropos schlecht: Wood In Di Fire sind alles andere als das. Der 8er, der eben nicht nur Reggae, sondern auch Ska, Dub und Lateinamerikanisches im Gepäck hat, bedient sich nicht (oder nur ganz wenig) aus der eigenen Schublade, sondern zitiert gerne diverse Jazzgrößen. So werden ganz unverhohlen Altmeister wie Donald Byrd, Wes Montgomery, Dizzy Gillespie, Wayne Shorter oder Joe Henderson fachgerecht durch die Reggae-Schablone gesiebt und das in ziemlich professioneller Manier. Schweißtreibenden Dancehall sucht man indes ergebens. Lediglich ein Freak namens Longfingah toasted auf drei Stücken und verleiht dem Ganzen dank seiner Herkunft einen zusätzlichen Roots-Effekt. Anne und Susan dagegen, mit ihren unverkennbar germanischen Familiennamen, steuern eine schöne Portion coolen, weiblichen Sex-Appeal bei, was ebenfalls unerwartet gut kommt.
Überhaupt kann man viel Gefallen finden an dieser fast 80 minütigen Schunkel-Chose. Der Riddim stimmt, die Burschen sind mit sämtlichen Wassern von Kingston bis Montego Bay gewaschen, haben das Gefühl für das Wesentliche und selbst die Umsetzung südamerikanisch/karibischer Salsa-Kultur macht ihnen in keinster Weise Kopfzerbrechen. Wir empfehlen dieses Scheibchen bedenkenlos.

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