Neue Platten

Eric Legnini & The Afro Jazz Beat - The Vox

Genre: Jazz
Label: Anteprima/Discograph (Alive)
CD, VÖ: - 29.04.2011

Wer bisher noch nichts von Eric Legnini gehört hat, muß nicht gleich an seiner Allgemeinbildung zweifeln. Wir helfen da gerne ein bißchen nach: Der Mann wurde 1970 in der Nähe der belgischen Stadt Lüttich geboren, lernte Klavier und begann recht zügig damit, sich für den Jazz zu interessieren. Schon mit 20 brachte er anderen Interessierten in Brüssel die Unterschiede zwischen weißen und schwarzen Tasten nahe, besorgte sich die Skills für Hartgesottene in der New Yorker Szene und genießt sein Leben nun als standesgemäßer Elfenbeindrücker in Paris. Entweder als Teil eines Trios oder in der erweiterten Aufstellung zusammen mit einer Bläsersektion und das ganze nennt sich dann Eric Legnini + The Afro Jazz Beat. In dieser Konstellation hat er nun „The Vox” aufgenommen, ein 11-teiliges Jazz-Paket, das zwischen Bar- und Popjazz sowie - man höre und staune - Afro-Beat rotiert. Um dem Albumtitel einigermaßen gerecht zu werden, wurde noch die Sängerin Krystle Warren hinzugezogen oder er singt ganz einfach selbst. Letzteres kann nicht sonderlich begeistern, dazu ist sein Stimmchen einfach zu dünn und wenig charismatisch. Der Rest des Albums verdient ein ähnliches Urteil: seine Mischung aus „Upbeat”, Harlemblues und etwas Melancholie reißt einen nicht gerade zu Begeisterungs­stürmen hin. Sicher, Legnini ist ein versierter Pianist, der auch schon einige Pokale auf seinem Kaminsims stehen hat, aber manchmal klingt das ganze doch etwas sehr nach Billy Joel oder Bruce Hornsby auf einem Jazztrip. Etwas kurzweiliger wird die Chose dann, wenn die Kombo wie bei „Black President” mehr in die vollen geht und den Funk nach außen kehrt. Da stört dann auch kein Gesang mehr und das Saxophon gibt den Ton an. Das kommt besser.

www.myspace.com/ericlegnini