Neue Platten

Ritmo De Bacardi Vol. 6 - (V. A.)

Genre: (Latin/Funk)House
Label:Ministry Of Sound (Edel)
DoCD, VÖ - 11.07.2005

Nach 2 Stunden, 34 Minuten und 18 Sekunden bzw. nach 45 Tracks weiß man dann endlich, was man laut Ministry Of Sound unter dem Soundtrack des Caribbean Lifestyle zu verstehen hat. So so! Von karibischen Impulsen für Deutschlands Clubs und Openair-Partyoasen ist da die Rede, von sonnengetränktem Lebensgefühl, von todsicheren Partyhymnen, von wichtigen Produzenten und von scharfen Newcomern.
Und so deucht es mir, daß bei firmengesponsorten Compilations immer besonders dick aufgetragen wird, wenn es ums Anpreisen eines solchen Produktes geht.
Und was geht wirklich ab? Objektiv gesehen handelt es sich hier tatsächlich um eine gut funktionierende Pump-Station, die mit funky Beats und fetten BumBum-Bässen nicht gerade geizt. Subjektiv gesehen mischt sich allerdings unter manch geilen Tanzflur-Ritmo auch eine ganz gehörige Menge seichter Füllstoff, dessen simple Aufgabe es ist, Track a mit Track c zuverbinden.
Das war schon immer (und wird es auch bleiben) das Problem der großen Plattenlegergemeinde, obwohl man meinen sollte, daß bei einem mit angeblich so großer Sorgfalt zusammengestellten „Soundtrack” so etwas nicht unbedingt vorkommen sollte.
Kenny Dope (Masters At Work) und Dirk Swartenbroeks (Buscemi) heißen diesmal die Auserkorenen, die uns Partgängern eine knackige Nachhilfe in Sachen Funky House Tunes bzw. Latin Club Tunes erteilen sollen. Buscemi, der Mann fürs lateinamerikanische House ist zumindest mir der liebere. Sein Mix ist letztendlich der abwechslungsreichere, denn da wo Rumba, Batucada, Carnival und Afro-Vibes mit im Spiel sind, geht die Post doch etwas kurzweiliger ab, als bei Dope’s „super tightem Mix”, der stellenweise sogar etwas nervt, wenn z. B. wie bei den Funky Soul Players die Stotter-Taste mit gar zu wenig Feingefühl überstrapaziert wird. Dafür kann ich beim Buscemi-Mix auch mit größtem Wohlwollen nicht nachvollziehen, warum ausgerechnet „Enamorame” von Papi Sanchez nun der Mega-Knaller sein soll. Überhaupt sind die 3 Bonus-Tracks auf CD 1 voll für die Tonne.
Also Boys and Girls: wenn euch nach dem Schweiß durchtanzter Nächte in Rio de Janeiro ist oder nach spicy Salsa-Phunkkk-Shit made in New York, nehmt auf meinen Kommentar keine Rücksicht, tut der Alkohol- und der deutschen Plattenindustrie einen Gefallen und kauft dieses atemberaubende Spektrum an extrem fetten Beats und super sexy deepen Sommerhits. God bless you.

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