Neue Platten

Oz Almog & Shantel - Kosher Nostra

Genre: Jewish Gangsterhits
Label: Essay Recordings (Indigo)
CD, VÖ: - 20.05.2011

Junge, Junge, da haben sich Essay Recordings aus Frankfurt ja mächtig ins Zeug gelegt. Ein dermaßen aufwendig getuntes Album mit fettem Booklet und solidem Pappschuber bekommt man heutzutage nur noch selten in die Finger. Aber der hier geleistete Aufwand steht im absolut ebenbürtigen Verhältnis zum Inhalt. Die musikgewordene Entwicklungsgeschichte des jüdischen, organisierten Verbrechens in den USA wird hier zu einem aufregenden und spannenden Thema gemacht. Der Kurator des Jüdischen Museums in Wien Oz Almog und der hauseigene Essay-DJ Shantel haben in enger Koproduktion eine beeindruckende Anthologie zusammengetragen, die sich aus dem Unterweltmilieu der jüdischen Szene in New York, Chicago, Detroit und Las Vegas speist. Jiddische Songs und Schlager, die sich mit westlichem und afroamerikanischem Jazz und Pop verzahnt haben, sind aus den Tiefen diverser Archive hervorgekramt, entstaubt und digital aufbereitet worden. Das Ergebnis ist so faszinierend wie skurril. Kaum einer wußte bis dato, dass zum Beispiel die Schlagerikone der 50er und 60er Jahre Connie Francis (die eigentlich Concetta Rosa Maria Franconero hieß), ein komplettes Album mit jiddischen Dauerbrennern aufnahm. Einige Auszüge sind auf „Kosher Nostra” zu hören. Aber auch Tom Jones hatte früher mal einen „weak spot” für dieses Genre. Sein „My Yiddishe Mamme” ist ein schlagender Beweis dafür. „Kosher Nostra” beeindruckt vor allem durch seine spektakuläre Auswahl. Da haben die Herren Compiler wahre Tiefenforschung betrieben. Ohne weitere Details nennen zu wollen (denn das tut das Booklet in aller Ausführlichkeit), sei diese CD hier dringenst empfohlen.

www.essayrecordings.com
www.ozalmog.com
www.jmw.at