Neue Platten

David Vangel - Breadth Control

Genre: Electro
Label: Equinox Records
LP, CD - 17.06.2011

Das erste, was an diesem Album auffällt, ist das Schlagzeug-Donnerwetter. Pro­grammierte Hammerschläge leiten David Vangels Debutwerk ein, von sachte flirrenden Soundscapes, einer einsamen Trompete und einer klaren, weiblichen Stimme lässig umspielt. Ein Kontrast, der sich gewaschen hat. Das erinnert an vergangene Drum-and-Bass-Zeiten, kokettiert aber andererseits auch mit orchestralen Emotionen, die wiederum kunstvoll in elektronischen Kanälen gebündelt sind. Ein einigermaßen kompliziert anmutendes Werk, das in dieser Komplexität erst einmal verdaut werden will. David Vangel, kanadischer Produzent und Live-Performer, ist gewiss kein Dünnbrettbohrer und „Breadth Control” ein entsprechend ambitioniertes Album. Eine Art Bedienungs­anleitung wird auch gleich mitgeliefert: Es handelt sich laut Urheber nämlich einerseits um „happy music”, andererseits um „sad music”, einerseits um „funny music”, andererseits um „serious music”. Damit hat er auf den Punkt gebracht, was man bei diesen Tracks empfinden soll: Kraft und Stärke einerseits, dann aber auch wieder Melancholie und Gefühl, was am Ende bis hin zu augenzwinkernden esoterischen Anwandlungen (cool down exercise, inhale/exhale) gehen kann. Neben elektronisch generierten Botschaften finden wir Violine, Flöte und Oboe, milde Michael-Franks-Samples, aber auch immer wieder einen polterndes Rumpelstilzchen, das sich mit Art-Rock und einer Märchenfee duelliert. Man kann dieses Album also durchaus auch als Wechselbad-Therapie verstehen. Interessant ist das allemal.

www.vangelmusic.com