Neue Platten

Jens Kommnick - Kommnick spielt Mey

Genre: Gitarre
Label: Odeon (EMI)
CD, VÖ: - 08.07.2011

Reinhard Mey muss man nicht gut finden. Wenn der Gitarrist Jens Kommnick Stücke von Mey instrumentalisiert, kann man das gut finden. Denn dann fehlen zumindest die sonoren Vokalsätze und die menschelnden Textpassagen, die dann doch irgendwie polarisieren. Wie dem auch sei, Kommnick und Mey verbindet eine Männer­freundschaft, angeblich eine Art Seelenverwandtschaft. Man findet für die Arbeit des jeweils anderen respektvolle Worte, der eine liebt des anderen „einfache Schönheit und charismatische Stimme”, der andere erfreut sich an der professionell instrumentellen Unterstützung im Studio (Mey’s Album Mairegen). So kam, was kommen mußte: Jens Kommnick spielt Reinhard Mey. Ein schönes Gitarrenalbum zweifels­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­ohne, ganz ohne Worte, sauber und virtuos eingespielt, ein bißchen mit irisch-keltischen Zutaten versehen und doch lugt irgendwo und immer mal die Mey’sche Lehre vom Lagerfeuergut­menschen mit der Rockerjacke durch. Wie gesagt, musikalisch ist an dieser Platte nichts auszusetzen. Aber wer mit Mey’s Art Schwierigkeiten hat, wird auch mit der Kommnick-Sichtweise das eine oder andere mal mit einem ungewollten Déjà-Vu-Erlebnis kollidieren. Und wo wir schon etwas kritischen Auges sind: Vielleicht wäre es besser gewesen, Mey wäre in Sachen Bookletgestaltung etwas zurückhaltender gewesen. Wer sich auf des Freundes Album zumindest bildmäßig so in den Vordergrund schieben muss und dann auch noch mit angesagter „Deutsche Bank-Gestik”, der muß schon ein arges Ego-Problem haben.

www.jenskommnick.de