Neue Platten

The Superimposers - The Superimposers

Genre: IndiePop
Label:Stereo Deluxe (Edel)
CD, VÖ - 22.08.2005

Normalerweise sind wir es ja gewohnt, daß sich zwei Herren zusammentun, um sich als elektronische Wühlmäuse in ihren Studiokatakomben zu vergraben und dann mit kleinen geilen Harddisc-Produktionen wieder ins Rampenlicht der Hippness zurückzukehren. Die Superimposers sind zwar auch ein herrisches Duo, nämlich Dan Warden und Miles Copeland aus dem westenglischen Devon, aber sie sind von gänzlich anderer Struktur. Sie brauchen weder schweineteures und end-raffiniertes Edel-Equipment noch die schnelllebigen und ach so vergänglichen Lounge-, Chill- oder sonst was Trends, sie lassen ihre Blicke locker und lässig rückwärts schweifen und nehmen sich Leute wie die Beach Boys, Mamas & Papas, Beatles oder auch einen Burt Bacharach zum Vorbild, quirlen in dieses Retrogedöns ein paar zeitgemäß programmierte Club-Beats mit hinein und fertig ist ein Sound, der eigentlich nicht so recht ins bisherige Konzept ihrer derzeitigen Plattenfirma passt, dafür aber etwas von einer ländlichen Singer/Songwriter Woodstock-Gemütlichkeit hat, ohne völlig in einem altbackenen Flower-Power-Meer zu versumpfen.
„Over the Bridge”, der Opener, erklärt dann auch erst mal, warum sich die Superimposers sich als „backstreet country boys” empfinden: die grüne und vom Meer eingerahmte Weite von Devon, veranschaulicht durch ausladende Pseudo-Streicher-Arrangements und gemütliche Akustikgitarren lassen keinen Zweifel aufkommen, daß Dan und Miles mit der Hektik einer Metropole nichts am Hut haben. Klar geht man auch in Devon mit der Zeit und frickelt schon mal gerne was auf der Festplatte zusammen, aber Vogelgezwitschere und Perkussions-Schneebesen gehören eben auch mit dazu. Und wenn das Intro zu ohrwurmigen „Seeing Is Believing” erklingt, fühlt man sich vollends wie in einer Zeitmaschine, in der Mamma Cass und die Easybeats gemeinsam den Joystick bedienen.
36 Minuten Spielzeit sind natürlich nicht die Welt, aber wer etwas relaxtes sucht, das gleichzeitig auch noch von einer schicken Zeitgeistmuse geküsst wurde, der sollte den Superimposers durchaus mal sein Ohr leihen. Uns jedenfalls taugt dieser Mix aus einst und jetzt ganz gut.

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