Neue Platten

Early Rappers - (V. A.)

Genre: HipHop/Rap
Label: Trikont (Indigo)
CD, VÖ: - 19.08.2011

Heute, wo alles immer nach vorne schaut und jede noch so unnütze Innovation in den Himmel gepriesen wird, ist es manchmal ganz nützlich und auch amüsant, die Uhr­zeiger einmal in die entgegengesetzte Richtung laufen zu lassen und mal nachzuschauen, was die Musik-Historie an erkenntnisreichen Informationen zu bieten hat - wo beispielsweise die Wurzeln des Rap herkommen. Ein ausgebuffter und langjährig erfahrender Indianer vom Stamme der Spurenleser ist Jonathan Fischer, der für das Münchener Trikont Label schon so manchen Black Music Sampler zusammengestöpselt hat. Sein Erfahrungsschatz und sein Fundus waren ihm auch bei dieser Sammlung vermutlich wieder sehr zudiensten, denn was er da in Sachen „Ancestors of Rap” in 21 Teilen kompiliert hat, verdient auch diesmal wieder eine große Mütze Respekt. Von den Urahnen bis zu relativ modernen Vertretern dieses Genres berichtet Fischer und seine Klangbeispiele aus der Schultüte des HipHop sind sorgsam ausgewählt und aufpoliert. Da wäre etwa Cab Calloway. Er lief in den 30ern eigentlich unter „Jazzsänger” und „Entertainer”, präsentiert sich auf dieser CD mit seinem „Hep Talk” jedoch als einer der coolsten Urtierchen des Rap. Die „Last Poets” aus der radikalen Black Muslim Szene wiederum hatten ihre Glanzzeit in den 70ern, als Spoken Poetry schwer im Kommen war. Und auch die Vertreter der Reggaeszene hatten ihre rappenden Protagonisten: U-Roy erfand als einer der ersten das „Jamaican Toasting”. Da macht das Reinhören wieder mal ordentlich Spaß und sorgt für die eine oder andere neue Erleuchtung. Wie bei allen von Fischer zusammengestellten Compilations gilt auch hier wieder das Fazit: Sachverstand meets Infotainment.

www.trikont.de