Neue Platten

Beirut - The Rip Tide

Genre: Indie
Label: Pompeii/Forte (Indigo)
CD, VÖ: - 26.08.2011

Wer einmal mit Zach Condon’s Beirut-Projekt Bekanntschaft gemacht hat (am besten noch mit seinem 2006-Debut „Gulag Orkestar”), der wird dieser eigentümlichen Musik zwischen Balkan und US-Indiepop wohl für immer und ewig verbunden bleiben. So manch alter Song erzeugt auch noch nach Jahren prickelnde Gänsehaut bzw. ist schon längst zum Kultstatus avanciert („Postcards From Italy“; „Mount Wroclai“). Insofern ist auch „The Rip Tide” wieder ein unbedingtes „must have”- lange genug warten musste man ja. Schon der erste Track „A Candle’s Fire” knüpft nahtlos an Condon’s vortreffliche Songwriter-Qualitäten an und vermittelt das aufregende Mixgefühl aus osteuropäischem Weltschmerz und US-amerikanischem Songbook. Die wunderbaren Melodiebögen aus Rumpelrock und Schwermut-Blechgebläse begeistern stets aufs Neue. Dazu Condon’s unverkennbare, von latentem Seelenschmerz geprägte, Stimme - ach ja, seufz. Den Balkananstrich vergangener Tage haben er und seine Mitstreiter diesmal allerdings weitestgehend übertüncht, was aber auch kein schlimmer Beinbruch ist, denn das Festhalten an hinreichend Erfolgreichem fördert nur die Bequemlichkeit und nutzt sich ab. Allenfalls „Payne’s Bay” erinnert noch etwas an die Beschaulichkeit dröseliger Marktplätze irgendwo hinter den Karpaten. Dafür geht nun der Titelsong samt herzerweichender Streicher- und Bläseroppulenz komplett unter die Haut. Leider ist aber nach gut 33 Minuten schon wieder Schluss mit herzig. Das hätte dann gerne doch noch etwas mehr sein dürfen, lieber Zach.

www.beirutband.com