Neue Platten

Le Grand Uff Zaque - Cliché

Genre: HipHop/HipJazz
Label: Reposit Records (Radar Music)
CD, VÖ: - 09.09.2011

„Klappern gehört zum Handwerk”. Ein alter Spruch, der sich aber immer wieder bewahrheitet. Le Grand Uff Zaque aus dem Rheingraben zwischen Mannheim und Bruchsal müssen als Newcomer allein schon aus Promotiongründen mächtig auf die Kacke hauen. Das tun Sie dann auch hingebungsvoll in ihrer Informations­schrift für die Presse, die gespickt ist mit allerlei post-pubertärer Floskelei. Aber man ist ja schließlich noch jung und darf das. Und was ist jetzt Uff Zaque? Auch da wird man schnell fündig: es ist die lautmalerisch-französische Umschreibung eines Drum and Bass-Beats. Aha. Kommt zwar auf der CD kaum vor, aber ist immerhin ein sportliches, der Comicsprache entliehenes Wort­gebilde, das Aufmerksamkeit garantiert. Die Musik der Uffzacker ist ebenfalls ziemlich athletisch, angetrieben von Sebastian Moser, genannt MOC, einem style-echten Rapper, der in seinem jugendlichen Leichtsinn so manchen kruden Spruch klopft, über den er in 20 Jahren vermutlich peinlich schmunzeln dürfte. Aber jetzt ist er ja noch jung und darf das (Maul weit aufreißen). Weitere Mitglieder dieses Sturm-und-Drang-Ensembles: ein satter Jazz-Trommler, ein cooler Saxer, ein mit allen (auch klassischen) Wassern gewaschener Keyboarder, ein Elektronik-Bastler, der auch Bass-Saiten zupfen kann und eine afroschokobraune Sängerin aus der Klub-/Lounge-Schublade, die in den Studio-Drehpausen mit ihren Partnern gerne Flammkuchen und Orangina schluckt. (Gut dass man so nahe an Frankreich zuhause ist und nicht beispielsweise in Dortmund, denn da hätte es sicher nur öde Pommes rot/weiß plus Union gegeben). Anyway, der Große Uff-Zack geht enorm ab, verbrät beispielsweise in nur einem Track gleiche mehrere, sich eigentlich widersprechende, Stilgattungen (und das mehrmals auf der Trackliste) oder jongliert mit Jamiroquai-Funk und retro-techno Breaks. Dass das alles dennoch sauber und professionell rüberkommt, ist zwei Söhnen aus Mannheim zu verdanken, die ein paar megaschicke Moves an den Reglern getätigt haben. Ach ja, und wer denkt das Wort „Mucke” gehöre mittlerweile zum verbalen Alteisen, der sieht sich beim Track Nummero acht eines besseren belehrt. Für die Uffzack-Mucker ist diese Vokabel scheinbar noch ganz weit vorn. So wie das gesamte Album.

www.legranduffzaque.de