Neue Platten

John Taylor - Requiem For A Dreamer

Genre: Jazz
Label: CAM Jazz (Edel)
CD, VÖ: - 16.09.2011

Zunächst gebührt dieser CD erst einmal der große Ehrenpreis zum schlechtesten Cover der Saison. Die Art- und Design-Künstler des römischen Studios, das dieses Booklet verbrochen hat, sind um ihre Kreativität schon arg zu bemitleiden. Der Leid­tragende dabei ist der Künstler, um den es hier geht. John Taylor ist zwar unbestritten ein großer Meister am großen Flügel, aber wer sich ohne zu mucken in solch einem provinziellen Outfit und vor solch einem einfallslosen Hintergrund ablichten lässt, hatte entweder schlechte PR-Berater oder ist wahrhaftig ein Träumer vor dem Herren. Insofern passt der CD-Titel dann ja auch wieder. Doch nun zur Musik. Trotz seinem hier zur Schau gestellten Biedermann-Image gehört John Taylor zum Fundament der britischen Jazzszene. In den 60ern war er bereits mit Alan Skidmore und John Surman zugange, arbeitete später mit Kenny Wheeler, Norma Winstone, Miroslav Vitous, Jan Garbarek, Charlie Mariano oder gar David Sylvian zusammen. „Requiem for a Dreamer” nun ist eine Kooperation mit Julian Argüelles (Tenor- und Spran-Saxophon, Palle Danielsson (Bass) und Martin France (Schlag­zeug). Wie zu erwarten zeigen auch diese sieben ausführlichen Kompositionen die große Virtuosität des Briten und seine gekonnte Interaktion mit den Kollegen, wobei besonders das Zusammenwirken von Piano und Saxophon ein besonderes Aufmerken verdient. Wunderbar zarte Passagen und filigrane Klangnuancen allüberall. Kein Wunder, basieren doch fast alle Kompositionen auf Romanen, Erzählungen und Gedichten des humanistischen Autors Kurt Vonnegut. Da fällt es leicht, über das verunglückte Cover großzügig hinwegzusehen.

www.camjazz.com