Neue Platten

JuJu - In Trance

Genre: Crossover/Westafrika
Label: RealWorld (Indigo)
CD, VÖ: - 19.09.2011

Arm dran, wer als deutsches Kind das Pech hatte, den Vornamen Justin verpasst zu bekommen. Da weiß man im Prinzip gleich, wes Geistes Kind die Eltern sind. Im angelsächsischen Kulturkreis dagegen passt Justin dann wieder einigermaßen. Dennoch haben die beiden Musiker Justin Adams (der Gitarrist und Diplomaten­sohn aus Großbritannien) und der gambische Riti-Spieler Juldeh Carama bei ihrem neuen, gemeinsamen Projekt darauf verzichtet, ihre Vornamen in den Vordergrund zu stellen, wie sie das noch bei ihrem letzten Album Tell No Lies aus dem Jahr 2009 getan hatten. Aus Justin und Juldeh wurde nun ganz einfach JuJu. Was blieb, ist das Konzept, die westliche Rockgitarre und den Sound der Riti zu kreuzen. Die Riti ist eine einsaitige Fiedel aus der westafrikanischen Savanne und klingt im Prinzip wie eine primitive Drehleier. Das hörte sich zumindest auf Tell No Lies ganz passabel an und deswegen war man auch gespannt, wie die Fortsetzung dieser Zusammenarbeit klingen würde. War man seinerzeit noch einigermaßen kleinteilig zugange was die Titellänge anbetraf, beinhaltet die neue CD gerade mal sieben Stücke, die aber zum Teil recht ausführlich angelegt sind, mit Spielzeiten bis über 14 Minuten. Klar, die CD heißt ja auch „In Trance” und da verbieten sich kurze Popnümmerchen ganz von selbst. Allerdings birgt diese Ausführlichkeit auch die Gefahr in sich, den Hörer zu ermüden, wenn manchmal minutenlang der Redundanz Tür und Tor geöffnet sind. Zur Verstärkung ihrer ausladenden Improvisationssessions haben Adams und Camara noch einen Bassisten sowie zwei Perkussionisten hinzugezogen, um den hypnotischen Charakter der Tracks noch etwas zu verstärken. Mit einer guten Tüte Mary Jane im Mundwinkel sicher ein bewegendes Erlebnis.

www.realworldrecords.com/juju