Neue Platten

Ivy - All Hours

Genre: IndiePop
Label: Nettwerk (Soulfood)
CD, VÖ: - 23.09.2011

In einem früheren Leben nannte man das mal TripHop oder so ähnlich. Sparsame Elektrobeats, eine säuselnde Frauenstimme, chillige Arrangements - Wohlfühlmusik eben. Ivy haben diesen Hype überdauert und machen heute einen gut abgehangenen Independent-Pop, der frisch und fluffig daherkommt und keiner Fliege etwas zuleide tut. Man hat einige Zeit gebraucht, um sich vom 2005er Album „In The Clear“ zu neuem Schaffensdrang aufzuraffen. Adam Schlesinger und Andy Chase aus New York haben viel an ihren Keyboards ausprobiert, bauten Rhythmen und Texturen auf und verfeinerten langsam aber sicher einen neuen alten Sound, wie er einmal früher zu Ivy gehörte. Da brauchte Dominique Durand dann nur noch ihr Zuckerguss-Organ darüberzulegen und perfekt austariert waren die meisten Stücke dieser CD. Die Frickelei hat sich gelohnt. Songs wie „Distant Lights“ oder „World Without You“ gehen problemlos ins Ohr und setzen das fort, was die Musik von St. Etienne einst so seelenvoll machte. Und eine weitere stilvolle Reminiszenz taucht am Horizont auf: „She Really Got To You“ lenkt die Sinne noch einmal zurück zu den legendären New Order, deren geschmeidige Songs in ewiger Erinnerung bleiben werden. Das einzige Manko dieser CD ist vielleicht eine gewisse Schablonenhaftigkeit, die allerdings auf hohem Niveau angesiedelt ist. Man kann zwar nicht unbedingt von Langeweile sprechen, vielleicht wäre es aber keine schlechte Idee gewesen, manche der Midtempo-Stücke noch mit ein paar Gimmicks oder knackigen Gastmusikern auszustatten. Aber wir wollen ja eigentlich auch gar nicht lamentieren. Wir sind froh, mal wieder was von Ivy zu hören und sind eigentlich ganz zufrieden mit dem was wir hier vorgesetzt bekommen haben.

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