Neue Platten

Brian Lopez - Ultra

Genre: Indie-Pop
Label: Le Pop Musik (Groove Attack)
CD, VÖ: - 23.09.2011

Und schon wieder liegt uns ein Album vor, dessen Coverartwork einen ziemlich gruseligen Eindruck hinterläßt. Dieser auf Minipli friserte und geklonte Herr im geklöppelten Nachthemd erinnert schwer an Marc Bolan, die Galeonsfigur des Glam-Rock. Tatsächlich aber ist es Brian Lopez aus Tuscon/Arizona der Welthauptstadt des Wüstenrock (neben Timbuktu in der Sahara). Er stellt sein Debutalbum vor, das den recht unbescheidenen Titel „Ultra“ trägt und bei Le Pop erscheint, dem Kölner Label, das in der Vergangenheit vorwiegend durch Veröffentlichungen franco¬phoner Acts von sich Reden machte. Wie kommt also ein waschechter TexMex-Boy in die Gesellschaft französisch sprechender Künstler? Wer die Le-Pop-Platten jüngeren Datums kennt, weiß daß da beispielsweise ein gewisser Naïm Amor oder eine Marianne Dissard zum Le-Pop-Roster gehören, die beide wiederum enge Bande zu den Bands Calexico und Giant Sand pflegen, Botschafter des US-Wüstenrocks schlechthin. Und genau aus dieser Ecke kommt Lopez. Sein musikalischer Schwerpunkt liegt jedoch mehr im Bereich des retro-psychedelischen Kammerpops und weist somit nur wenige Schnittpunkte mit den etablierten Wüstenrockern auf. Dennoch kann die Platte was. Allerdings muss man mit ihr erst einmal warm werden. Auch mit Lopez‘ Stimme, die zwar einschlägig geschult, dafür aber durch ihr relativ hohes Timbre etwas gewöhnungsbedürftig rüberkommt. Brian Lopez hat ein Herz für orchestralen Pop, Roy Orbison, die City of Barcelona, spanischen Flamenco und für akustische Instrumente. Zusammen mit seiner eigenen Vergangenheit als Gitarrist der eigentlich nur lokal bekannten Tuscon-Band „Mostly Bears“ ergibt dies eine eigentümliche Mischung aus Rock und Ohrwurmpop, die es zu erkunden lohnt. Denn Lopez komponiert nicht in einfachen Schemata, sondern verwebt viele unterschiedliche Popzutaten in seinen Songs. Das muss man also erst mal ertasten und goutieren, dann klappt es auch mit der Akzeptanz von „Ultra“.

www.brianlopezmusic.com
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