Neue Platten

General Elektriks - Parker Street

Genre: Funk/Pop
Label: Discograph (Alive)
CD, VÖ: - 14.10.2011

Steter Tropfen höhlt den Stein, bzw. was lange währt, wird endlich gut. Dieser Volksmund passt eigentlich ganz gut zu Hervé Salters, aka General Elektriks, französischer Keyboarder mit Wohnsitz San Francisco. Erst recht, wenn man sich noch einmal eine fast schon antike Scheibe von ihm aus dem Schrank holt und zum allseitigen Kreativitätsvergleich ansetzt. 2004 erschien beim Münchener Compost-Label sein erstes Solo-Album „Cliquety Kliqk” und das war, von ein paar guten Einfällen vielleicht mal abgesehen, eigentlich eine ordentliche Ladung von unausgegorenem Dünnpfiff. (Die paar guten Einfälle rissen sich ja dann auch gleich oder etwas später Mercedes-Benz, Ralph Lauren oder Woody Allen unter den Nagel und verwurstelten des Generals Ergüsse für ihre jeweiligen Belange.) Aber wie es der Zufall und sein stetes Bestreben nach musikalischer Fortbewegung wollte, hat der schmächtige Franzose in den letzten sieben Jahren eine Menge dazugelernt. Nicht nur durch seine ihn ständig begleitenden Seitenprojekte rechts von Blackalicious oder links vom Quannum Project, sondern auch durch einen Reife­prozess, der durch das Konsumieren von AfroBeat, schwarzem Funk und 60ies Pop in Gang gesetzt worden ist. Das alles hat sich nun auf „Parker Street” sehr positiv manifestiert. Eine rundum gelungene Scheibe, die mit einem stetigen Blick zurück trotzdem feste nach vorne strebt. Denn vieles erinnert an Klänge von vorgestern: Déjà-Vus in Gestalt von John Lennon (I am the walrus, goo-goo-gatchoo) oder der Fistelstimme von Michael Franks lassen keinen Zweifel an seiner Vorliebe für den sogenannten Vintage-Sound aufkommen, was durch den Gebrauch von allerlei musealen Keyboard-Geräten noch unterstrichen wird. Fast alles auf dieser CD hat der General selbst gebastelt. Lediglich den Wumms an den Drums überließ er seinem Vermieter und Musikerkollegen Michael Urbino. „Parker Street” ist also so etwas wie die „Abbey Road” auf US-amerikanisch, fabriziert von einem Franzosen. Ein perfektes Abzieh­bildchen einer Epoche, in der große Leistungen in Sachen Pop vollbracht wurden.

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