Neue Platten

KTU - 8 Armed Monkey

Genre: Akkordeon-Avantgarde
Label:Hoedown/Rockadillo / Westpark (Indigo)
CD, VÖ - 29.08.2005

Kimmo Pohjonen ist ein Klasse für sich, das weiß mittlerweile nicht nur die Expertenwelt. Sein Projekt Kluster featuret ihn und den Sample-Experte Samuli Kosminen und das ist Pohjonen hoch zwei. Kluster TU, also KTU, das sind Pohjonen und Kosminen sowie die beiden King Crimson Musiker Trey Gunn (Gitarre) und Pat Mastelotto (Perkussion). Eine weitere extraterristrische Versammlung von vor Schaffenskraft nur so strotzenden Klangmalern und gleichzeitig eine neue Konstellation um den unglaublichen finnischen Akkordeon-Derwisch, der bereits im Frühjahr mit dem französischen Drummer Eric Echampard eine wuchtige Live-CD in den Raum gestellt hat.
Wer Pohjonens bisheriges Schaffen verfolgt hat, mußte sich irgendwann einmal fragen, ob er den einschlagenen Weg, sich mit Avantgarde-Musik auf Akkordeon-Basis über eine so lange Zeit immer wieder neu erfinden zu können, auf Dauer wirklich durchhalten kann, ohne an Abnutzungserscheinungen zu leiden. Allen zum Trost: Kimmo kann. Und sei es auch nur über den Trick, andere Schwergewichte des experiementellen Musikgeschehens in seinen Kosmos miteinzubeziehen.
So hat auch diese Kiste wieder eine ganz eigene Aura und nimmt dennoch den altbekannten Pohjoin’schen Faden immer wieder auf. 5 Tracks hat der achtarmige Affe eingespielt und das bedeutet 7 bis 10 Minuten pro Track, genug Zeit also, sich in den verschiedensten Richtungen auszutoben. Die ersten drei Tracks gehen auf das kompositorische Konto von Pohjonen und Kosminen und sie führen das fort, was sie in der Vergangenheit bereits erfolgreich und höchst bemerkenswert umgesetzt haben, nämlich das Akkordeon mit Loops und Samples verfremdet, in geheimnisvolle und psychedelisch anmutende Soundscapes aus wilden Rhythmen und ambienten Schleierwölkchen einzubetten. Neu dabei ist, daß durch die Zusammenarbeit von jetzt vier Personen alles noch kompakter und bandmäßiger klingt. Stark nach einer King Crimson Versuchsreihe riecht es naturgemäß auf dem Gunn/Mastelotto-Track „Absinthe”, wo dem sich Pohjonen stark zurücknimmt und den beiden fett daherrockenden Briten weitestgehend das Feld überläßt. Das abschließende Crescendo gestaltet sich dann nocheinmal höchst dunkel und außerirdisch mysteriös, ganz wie es sich für eine Zusammenarbeit von vier außergewöhnlichen Musikern der Elektronik-Szene gehört. Trotz aller Experiemente bleibt dieses Album aber erstaunlich gut hörbar.

www.kimmopohjonen.com
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