Neue Platten

Iarla Ó Lionáird - Foxlight

Genre: Pop/Irland
Label: RealWorld (Indigo)
CD, VÖ: - 28.10.2011

Wenn das Afro-Celt-Soundsystem soundmäßig in die Vollen geht, steht deren Sänger Iarla Ó Lionáird immer etwas abseits. Er ist eher für die stilleren Vokalpassagen zuständig. Um also die volle und uneingeschränkte Aufmerksamkeit seiner Fangemeinde zu mobilisieren, müssen demnach Solo-Alben her, auf denen der Ire seine Leidenschaft zu Melodien und Stimmungen ungehindert ausleben kann. Nach den Veröffentlichungen „Invisible Fields“ (2005), „I Could Read the Sky“ (2000) und „The Seven Steps to Mercy“ (1997) begibt er sich mit „Foxlight“ erneut auf eine Wohlklang-Expedition durch den keltischen Kulturkreis unter Miteinbeziehung skandinavischer Inspiration. Zu diesem Zweck ist er hier vorübergehend eine gesangliche Kooperation mit der norwegischen Yoikerin Sara Marielle Gaup eingegangen, was aber eigentlich nur eine ausschmückende Episode am Rande darstellt. Allen elf Kompositionen ist gemein, dass hier die Stimme des Iren im Vordergrund steht, die verwendeten elektro-akustischen Instrumente und die elektronischen Programmierungen dienen lediglich der Ausstaffierung eines möglichst homogenen Klangteppichs, auf dem sich Ó Lionáird wie mit Watteschuhen bewegt. Fast schon ein tupfender Gesang ist das, was er mit epischer Geschmeidigkeit da von sich gibt, sanfte Kopfstimmenpassagen inklusive. Nach eigenen Angaben wollte Ó Lionáird etwas produzieren, was er zuvor noch nie getan hatte, sprich, neue Ebenen des Ausdrucks finden. Nun, vieles kommt einem dennoch bekannt vor, auch wenn es nur die Anmutung eines Spiels mit Zeit und Raum ist. Am leichtesten tut man sich mit diesem Album, wenn man eine Vorliebe für den keltischen Dunstkreis und eine gewisse chillige bzw. esoterische Konditionierung mitbringt. Ein Album, das man am besten nur mit Samthandschuhen anpackt.

www.iarla.com