Neue Platten

Jenny Evans - The Four Seasons of Love

Genre: Vocal-Jazz
Label: Personality Records (in-akustik)
CD, VÖ: - 04.11.2011

Die vier Jahreszeiten - auf die hat ja eigentlich Antonio Vivaldi schon seit fast drei Jahrhunderten ein dickes Copyright. Aus diesem Grund hat wohl Jenny Evans für ihren 13-teiligen Lieder-Zyklus noch ein „…of Love” hinten angehängt, um etwaigen rechtlichen Missverständnissen aus dem Weg zu gehen. Ihr Partner für diese CD heißt Paulo Morello und ist nicht, wie vermutet werden könnte, Brasilianer oder Italiener, sondern ein urdeutscher Gitarrist aus dem Niederbayerischen. Die Britin Jenny Evans ihrerseits ist mittlerweile fest in der Münchner Jazzszene etabliert und somit ist diese Produktion eigentlich fast eine bajuwaraische. Das Repertoire allerdings setzt sich aus internationalen Bausteinen wie Bossa Nova, Jazz-Standards und Cover-Versionen zusammen, alles im großen Verbund der wechslenden Groß­wetterlagen. Mal geht es um den Novembertag (Erik Satie), mal um den Sommerwind (aus der Feder von Henry Mayer), mal um einen September Song (Kurt Weill) oder um „Spring can really hang you up the most”, fast schon ein scheintoter Gassenhauer aus der Jazzwelt. Dennoch hat Jenny Evans es mit viel Professionalität und Chuzpe geschafft, aus vergilbtem Mainstreammaterial ein einigermaßen respektierliches Vokal-Album hinzubiegen. Es gewinnt zwar keinen Innovationspreis, taugt aber gut zum gepflegten Chillen.

www.jenny-evans.de
www.personality-records.com