Neue Platten

Äl Jawala - The Ride

Genre: Gypsy-Brass
Label: Jawa Records (Soulfire/Rough Trade)
CD, VÖ: - 11.11.2011

Gut zu wissen, dass man auch auf dem heimischen Markt auf eine gestandene und ehrlich ackernde Gypsybrass-Kapelle zurückgreifen kann, die man guten Gewissens und ohne wenn und aber wärmstens weiter empfehlen kann. Äl Jawala entstammen den Breisgauer Wurzeln des Schwarzwaldes, kommen also aus Freiburg und das schon seit dem Millenniumswechsel. Seither haben sich die fünf MusikerInnen kontinuierlich auf den Erfolgstreppchen nach oben gearbeitet, touren weltweit, haben sich in der Vergangenheit mit führenden Gypsy-Orchestern die Bühne geteilt und sind auch solo eine umwerfende Angelegenheit. Das Album „The Ride“ möge man als den neuesten Beweis nehmen. Knackig und hautnah von dem Produzentenduo Umberto Echo (Jahcoustix/Quadro Nuevo) und Philipp Rauenbusch (Reamonn) in Szene gesetzt, geht es da eine knappe Stunde lang herzhaft zur Sache. Das Grundgebläse aus zwei Saxophonen wird dabei noch vom einem Zuarbeiter an Trompete/Sousaphone/Posaune verstärkt, deutsch-russischen Vokalstrecken sowie ein solides Perkussions- und Bassfundament macht den Kohl dann vollends fett. Äl Jawala verstehen es spielend, jeden der 13 Songs attraktiv und raffiniert zu verpacken. Und das mit einer dicken Schicht aus Gypsy, Ska und Dub. Hinzu kommen noch Ausflüge in das Lager von Elektroswing oder lateinamerikanische Cumbia - eine enorme Bandbreite, die nur von wenigen so virtuos beherrscht wird wie von den Freiburgern. Da merkt man in jeder Sekunde, dass hier die Straßenmusik eine wichtige Grundlage für die Band war, denn routinierter Spielwitz und multikulturelle Empathie tropfen praktisch aus jeder Ritze. „The Ride“ zählt sicher mit zu den ausgekochtesten Balkan-Platten, die momentan auf dem Markt sind.

www.jawala.de