Neue Platten

Didier Laloy - Noir’s

Genre: Akkordeon
Label: Wild Boar Music (Galileo MC)
CD, VÖ: - 02.12.2011

Kaum ein anderes Musikinstrument ist in seiner stilistischen Bandbreite so wandlungsfähig wie das Akkordeon. Vorbei und abgeschnitten sind die Zöpfe des Schiffer­klaviers, als Hans Albers noch der singende Schrecken von St. Pauli war. Inzwischen geben vorzugsweise Crossovermusiker den Ton an, die ihren Blasebalg ans elektronische Zeitalter angekoppelt haben und Tradition und Moderne eigenwillig miteinander verbinden. Aber auch analog und unverstärkt und lässt sich das Akkordeon auf überraschend vielfältige Art und Weise einsetzen. Hierzu weiter unten einige Beispiele aus unserer Aservatenkammer.
Einer der seine Quetschkommode schon seit frühster Jugend hegt und pflegt, ist der Belgier Didier Laloy. Man kann diesen Musiker getrost als einen Tausendsassa bezeichen, denn Laloy betreibt fast 10 reguläre Projekte gleichzeitig in denen er sich stilistisch zwischen World, Jazz, Chanson und Kinderliedern austobt. Für die CD „Noir’s“ begibt er sich nun auf eine kontemplative, beschauliche Reise durch die Sphären von Filmmusik, Mustette, Folk und Chanson. Es ist eine anspruchsvolle Instrumentalmusik, bei der er von Kathy Adam am Cello, von Pascal Chardome an Klavier und Gitarre sowie von Frédéric Malempré (Perkussion) begleitet wird. 11 intime Stücke zwischen Wiener Tango, französischem Walzer und schrägem Balkan, die man entspannt genießen kann, wenn der Tag geht und Johnny Walker kommt. Streckenweise erinnern die Stimmungen und Kapriolen an die Klangmalereien des amerikanischen Tin Hat Trios, mittlerweile nur noch Tin Hat. Dort hatte Rob Burger das Akkordeon ebenso virtuos und großräumig bedient, wie hier und jetzt Didier Laloy. Sehr empfehlenswert.

www.didierlaloy.be

Mit dem Akkordeon auf Entdeckungsreise:
Tin Hat
Kimmo Pohjonen, Eric Echampard
KTU
KTU
Kronos Quartet, Kimmo Pohjonen
Johanna Juhola Reaktori
Manfred Leuchter
Attwenger
Attwenger